Erkenntnis durch Tanz?

Mehr und mehr Naturwissenschaftler interessieren sich für Tanz. Man muss ja nicht gleich, wie der Molekularbiologe Xavier Le Roy, die Fronten wechseln. Aber immer mehr Wissenschaftler sehen im Tanz ein faszinierendes Instrument der Wahrnehmung biologischer und physikalischer Phänomene.

Tanz - Logo

Was hat ein Wissenschaftler vom Be­trach­ten eines Tanzes? Was nützen einem Tänzer die Erkenntnisse der Hirnforschung? Der Evolution? Der Raumfahrt?  Der Molekularbiologie? Die einzige Naturwissenschaft, die sich für den Tanz interessiert, ist derzeit die Tanzmedizin. Unter dem Stichwort «Dance & Science» finden sich unzählige Hinweise zum Verletzungsrisiko und zu Belastungsgrenzen von Tänzern. Aber nicht eine Erkenntnis, die verrät, dass Mediziner etwas durch den Tanz gelernt hätten.

Unsere kulturelle Auffassung von Tanz und Kunst scheint die zu sein, dass wir der Wissenschaft Heilkräfte zubilligen, und dem Tanz nur den Status, ein rudimentäres Relikt aus Vorzeiten zu sein, dessen sich Tanzwissenschaft und Anthropologie annehmen dürfen.
Erkenntnis durch Tanz? Völlig unwissenschaftlich. Bis man eines Tages nach Grenoble kommt, an den Alpenrand, in ein Kolloquium des dort sogenannten Labo-i, den Rencontres-i. Hier wurde der Fahrstuhl in die Zeit vor der «Entzauberung der Welt» bemüht. Wissenschaftler und Choreografen haben Max Webers berühmte These von der quasi atomaren Spaltung der Welt in Kunst und Wissenschaft, Praxis und Theorie, Traum und Wirklichkeit diskutiert.
Natürlich ist ...

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Tanz Februar 2006
Rubrik: Science through dance, Seite 14
von Thomas Hahn

Vergriffen
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