alexander ekman

Humor haben, unterhaltsam sein: Bei Menschen sind das wunderbare Eigenschaften. Im Ballett soll das nicht gelten? Quatsch, sagt der 32-jährige Shootingstar aus Schweden

Tanz - Logo

Alexander Ekman, in Oslo läuft gerade restlos ausverkauft «A Swan Lake» als Parodie. Nach Mats Ek, Matthew Bourne, John Neumeier, Fredrik Rydman ist es der gefühlt hundertste Versuch einer Trittbrettfahrt zum Erfolg.
Ich wollte ein Stück mit Wasser machen. Ich bin Schwede, es gibt eine Menge Wasser bei uns. Und ich fragte mich, welche Ballette haben mit Wasser zu tun? Natürlich «Schwanensee». Warum nicht «Schwanensee» in einem wirklichen See tanzen? 

Dieser «Schwanensee» beginnt nun am Broadway.
Es gibt zwei Akte.

Der erste Akt ist eine Parodie, tatsächlich. Ich fragte mich, wie es gewesen wäre, hätte man dieses Stück nicht in Moskau und Sankt Petersburg herausgebracht, sondern damals am Broadway, beziehungsweise seinen Vorläufern. Dann ist etwas mit mir durchgegangen, es wurde wirklich eine Art Broadway-Musical. Also habe ich ein Leuchtreklameschild aufhängen lassen, wie am Broadway, um ganz deutlich zu machen, dass es auch wirklich eine Parodie ist. Nicht, dass jemand denkt, es sei ein Musical. Den Dreh braucht es, sonst wird aus Humor auf einmal Ernst.
Was spricht gegen Ernst?
Die Leute sind derart daran gewöhnt, dass sie sich vornehmen müssen, den Tanz in ihren Stühlen auch ganz ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2016
Rubrik: Menschen, Seite 14
von Arnd Wesemann

Weitere Beiträge
Vorschau

im juli: die ballettmeister

Plié, tendu, jeté – das Balletttraining ist scheinbar reine Routineangelegenheit: Nachjustieren des Körperinstruments, Vorbereitung auf die Probe. Wirklich Routine? Zumindest was Leiter oder Leiterin angeht, gönnen sich Kompanien einiges an Abwechslung. Indem sie Gäste einladen, fahrende Ballettmeister sozusagen. Selbst Spartenchefs, die...

Showdown in Bukarest: Johan Kobborg

Egal, mit wem man redet: Alle Tänzerinnen und Tänzer, denen Johan Kobborg während seiner Zeit als Künstlerischer Leiter des Rumänischen Nationalballetts (RNB) die Chance gab, zu glänzen, sprechen von «Leidenschaft», von «Vertrauen». So schwärmt die junge englische Ballerina Daniela Norman über ihre Zeit in Bukarest: «Johan ist einer der besten künstlerischen Leiter...

naked

Rau, pur und nackt war der Tanz, den Dominique Dumais in Mannheim schuf – jedenfalls im Rahmen der drei abstrakten Tanzstücke, in denen sie Bewegung selbst untersuchte. In «R.A.W.» entsprang diese Bewegung 2012 der menschlichen Lust und Energie, «Pure» konzentrierte sich 2014 auf Schwerkraft und Schwung, und nun zeigt Dumais die Nacktheit der Seele auf, mit der ein...