dresden: Mala Kline: «Eden»
Nach Studienaufenthalten in Amsterdam und New York erforscht die slowenische Performerin, Choreografin und Autorin Mala Kline weiterhin das «performative Potenzial des Traumbewusstseins»: inzwischen als Doktorandin der Philosophie in Ljubljana. Erst kürzlich gründete die Ex-Tänzerin von Iztok Kovac und Wim Vandekeybus das DREAMLAB, «ein mobiles Labor für die Erforschung und Entwicklung von Bildersprache und Traumarbeit».
Klines 2012 uraufgeführtes Solo «Eden» ist eine Art interdisziplinäre Rock-Performance, ein Reigen bizarrer Figuren, die in einem vielfach geschichteten Raum koexistieren. Ihre Bühnenfigur ist von einer kräftigen, fast stämmigen Körperlichkeit und zeichnet sich durch eine raue Stimme aus. Traumartige Texte, ein ebenso gewagtes wie zartes Zusammenspiel mit dem Publikum erzeugen ein komplexes Spiel der Schwellenzustände.
Ein leerer Nachtclub bildet die Bühne von «Eden»: Die Band hat Feierabend, nur noch Mikrofone, Gitarren, Barhocker und Kisten stehen herum. Die Zuschauer werden von der Figur eines «erhabenen Engels» begrüßt; die Solistin bewegt sich wie frei schwebend durch den Raum, dabei laufen ihr Tränen übers Gesicht; mit schwarzer Lockenperücke und getigertem ...
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Tanz Mai 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 46
von Iva Nerina Sibila
Was vor 21 Jahren als kleiner Skandal das Wiener Burgtheater erschütterte, erscheint heute als Vorwegnahme des aktuellen, stark körper- und aktionsbetonten Regietheaters. Peter Handkes Experiment «Die Stunde da wir nichts voneinander wussten» ist ein Schauspiel ohne Sprache und zeigt Momentaufnahmen anonymer Menschen, die einen Platz überqueren. Vielleicht war das...
Ist «Sacre» wirklich das Skandalballett des letzten Jahrhunderts? Béla Bartóks «Der wunderbare Mandarin» von 1924 war da doch deutlich sicherer im Milieu als Strawinsky. Böse Buben rauben mit Hilfe einer Nutte geile Freier aus – bis ein gewisser Mandarin auftaucht, der das Mädchen auch dann noch begehrt, als die Banditen ihn erstochen haben. Seine ewige...
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arte im «sacre»-fieber
So viel «Sacre» war nie, das gilt natürlich auch für den deutsch-französischen Kulturkanal Arte. Am 26. Mai ist dort die Dokumentation «Sacre du printemps – Frühling im Herbst» zu sehen: Denis Sneguirev und Philippe Chevalier haben mit der Kamera beobachtet, wie der Choreograf Thierry Thieû Niang aus dem Opferritual ein...
