bozen: Movingtheatre.de «Site Specific»
Keiner ist allein. Dem einen ist das Wunschdenken, dem anderen Warnung: «Kompromisse machen, Rücksicht nehmen, sich anpassen.» Tänzer und Choreograf Massimo Gerardi schnauft die Worte heraus, Verachtung zischt durch jede Silbe, während er erdschwere Bewegungsarbeit verrichtet. Tanz als Kraftakt, die Muskelleistung eines kompakten Körpers. Bleiches Gesicht, stur gesenkter Blick – ein vernagelter Geist in einem bald schon festgenagelten Leib. Mit wütenden Schlägen hämmert Gerardi seine Militärstiefel auf ein Brett. Seine Position ist definiert, er grenzt sich ein und die anderen aus.
So weit die eine Seite von «Site specific – you are not alone anyway!». Ein Tanztheater um zwei Männer und eine Mauer, das von der Kölner Gruppe movingtheatre.de zum 20. Jahrestag des Mauerfalls produziert wurde und 2009 den «Kölner Tanzpreis» bekam. Kein politischer Tanzkommentar zum deutschen Trauma. Aber eine furchtlos-direkte Befindlichkeitsstudie, ein Rückblick auf die launisch-emotionalen Stadien einer Teilung.
Das Publikum wird halbiert, ebenso die Bühne mit einer Wand aus Kartons. So sieht man nur die eigene Seite, kriegt aber die Geräusche hinter der Pappmauer mit. Wie einst in Deutschland. Man ...
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Die Oper kann es nicht besser. Ein Ritter begeht Harakiri, setzt das Schwert an die Bauchdecke, sticht zu, überwindet die erste Schmerzattacke, schiebt das Schwert weiter, bis es den Rücken durchbohrt hat. Der Ritter stirbt. Blackout. Ein Tänzerduo umflattert die sterbende Seele. Blackout. Sein Geist singt eine Etage höher. Blackout. Eine Reihe von Trommlern...
sammelt Preise. Der 1979 in der Sowjetunion geborene Choreograf, der heute in Tel Aviv lebt und 2008 und 2009 jeweils eine Auszeichnung des israelischen Ministeriums für Kultur und Sport für junge Choreografen erhalten hat, ist nun auch frischgebackener Kurt-Jooss-Preisträger. Den mit 6000 Euro dotierten und von der Stadt Essen mit der Stiftung Anna und Hermann...
Man traut sich ja selten, auf japanischen Websites herumzusurfen. Nur wenig Lesbares kommt aus dem Land der elektronischen Avantgarde. Wie körperlich die tatsächlich sein kann, präsentiert der Neurowissenschaftler Junji Watanabe auf seiner Site junji.org. Auf der linken Zeile einfach auf «Save YourSelf!!!» klicken und eine der absurdesten Tanzapplikationen...
