Giselle Leichtentritt: Der Sturm aus der Zukunft

Wie sieht der Tanz der Zukunft aus und wo findet er statt? 16 Statements

Tanz - Logo

«Уважающим себя хореографам следовало бы учитывать, что каждое па – это шаг в будущее. Chorégraphes qui se respectent devraient prendre en considération que chaque pas est un pas dans l’avenir.» Das ist ein Satz, den Serge Diaghilew, laut Boris Kochno, am 17. August 1929, also zwei Tage vor seinem Tod, in Venedig Kochno anvertraut haben soll & den ich, Giselle Leichtentritt, mir nach meinem Besuch bei Boris Kochno, am 2.

März 1986, in ein «UTOPIA FAUX PAS» betiteltes Notizbuch gekritzelt habe.

In diesem Notizbuch befinden sich, Seite an Seite, unzählige Fußnoten und assoziative Collagen zum Thema Tanz & Fortschritt, die ich mir über all die Jahre bei verschiedensten Gelegenheiten, während oder nach William Forsythes «Limb’s Theorem» oder vielen, vielen anderen Tanzveranstaltungen, Ausstellungs- & Kinobesuchen oder beim Durchblättern, Lesen, Wiederlesen von Nietzsches tanzbesessenen Reflexionen zum Fortschritt, Wittgensteins «Philosophischen Untersuchungen»,­Becketts «Dante … Bruno. Vico … Joyce» oder «Dante and the Lobster», oder einiger anderer meiner livres de chevet, meiner Lieblingstexte und -bücher gemacht habe, etwa Jean Genets «L’Atelier d‘Alberto Giacometti» oder Benjamins ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Raum für Visionen, Seite 116
von Giselle Leichtentritt

Weitere Beiträge
Marble Crowd

Das Kollektiv ist tot. Es lebe das Kollektiv! Fünf Künstler und Künstlerinnen aus Island treten den Beweis an. Im Rahmen des Festivals ­«Togetherapart» zum 10-jährigen Jubiläum des Zentrums für Choreographie K3 in Hamburg waren sie eingeladen, ein Stück zu kreieren. ­«Moving Mountains in Three Essays» betitelten Sigurður Arent, Kristinn Guðmundsson, Katrín...

Adolphe Binder

Eigentlich konnte dem Tanztheater Wuppertal nach der Zeit des Abschied- und Abstandnehmens nichts Besseres passieren als diese 47-jährige, mit allen Kunst- wie Verwaltungswassern gewaschene Managerin, Vernetzerin, Vorausblickerin als neue Frau an der Spitze. Sie ist informiert, ehrgeizig, arbeitsam, teamfähig, offen, flexibel und freundlich. Sie hat in großen...

Johannes Öhman

Und wieder: der Neue vom Staatsballett Berlin. Nach dem Duato-­Debakel nun das Öhman-Orakel. Doch so unbekannt ist er nicht. Meine erste Begegnug mit ihm datiert 1986, beim Ballettwettbewerb in Varna, wo er gerade seinen 19. Geburtstag feierte. Nicht gut beraten in der Wahl seiner klassischen Variationen und daher überfordert, steht in meinen Unterlagen. Dennoch...