fahrstuhl-albträume

Pizza defrosted «Virtuelevator» nennt Storm sein neues Stück HipHop, das nicht mehr anliefert, sondern bei der Pizza selber zulangt. Ein himmlischer Ausflug in die Fahrstuhl-Albträume.

Tanz - Logo

Bei Anruf Pizza
Die Bestellung ist noch Routine, die Lieferung endet im Labyrinth. Storm betritt die Bühne, ein Jobber mit der Pizzaschachtel in der hohlen Hand. Am Anfang ist er noch im Bilde, bildlich gesprochen. Auf der Bühne geht er imaginäre Treppen auf und ab. Eine gelbe Mütze auf dem Kopf, ein weites, weißes Hemd über rotem Pulli, gelbe Socken und rote Schuhe. Halb Smurfer, halb Bäcker, halb Lieferbursche. Mit der Pizzaschachtel in der Hand dringt er vor bis zum Fahrstuhl eines Berliner Luxushotels. Der steht in einem Film ohne Darsteller, die virtuelle Kulisse.

Hinten links hängt der Bildschirm in der Größe eines Heimkinos und an unsichtbaren Fäden hängt der Pizzaiolo wie die Marionette am Fadenkreuz des Puppenspielers. Nicht ganz so wie bei Kleists Parabel «Über das Mario­­net­ten­theater», nach der Gott die Fäden führt und der Marionette, dem Menschen, das Bewusstsein einhaucht. Storm entwickelt eben nicht die schwerelose Grazie einer schwebenden Gliederpuppe. Er hechelt Hüfte, Ellbogen oder Füßen hinterher, die sich aus dem Körperverbund immer wieder lösen wollen.
Backspin, Skorpion und andere Figuren des HipHop hat er noch immer drauf, zeigt das auch. In erster Linie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2006
Rubrik: Tanz-Kunst, Seite 68
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Pina Bausch

 

 
Je mehr Pina Bausch aus dem Bild der öffentlichen Meinung zu verschwinden droht, desto insistenter muss "Das Tanztheater Pina Bausch: Spiegel der Gesellschaft" bleiben.

Unter diesem Titel veröffentlichte Rika Schulze-Reuber nach dreißig Jahren Bauschverehrung jetzt ihre Zuschauer-Erfahrung von "Frühlingsopfer" 1975 bis "Rough Cut" 2005.240 Seiten lang erzählt...

Any one body

In 1985, at a conference on Espinoza, Jorge Luis Borges evoked one of Joseph Conrad’s novels, in which a navigator, who is the narrator, “sees something from the bow of his ship. A shadow, luminosity at the farthest corner of the horizon: the coast of Africa. Far beyond, there are sorts of fever, empires, the Sahara, big rivers explored by Stanley, Livingstone, and...

Choreologie

Nicht nur Videokameras sind in die Ballettsäle der großen Kompanien eingezogen, sondern auch der Computer. Er hilft der Crew der Choreologen, jenen Spezialisten, die die in den 1950er Jahren von Rudolf Benesh entwickelte Notation zur Erfassung von Körperhaltungen und Bewegungsabläufen beherrschen und für die Archivierung und Neueinstudierung unzähliger Ballette...