Zart, aber nie zaghaft
Zu Jahresbeginn zeigt sich Léonore Baulac alias «leobaulac» auf Instagram mit einer Giraffe. Die Danseuse étoile der Pariser Oper hat eben ihren Urlaub in Kenia angetreten, der allerdings kein echter Urlaub ist. Schon am nächsten Tag sieht man Baulac im Trikot inmitten einer Mädchenschar, die sich an blauen Plastikstühlen festhält – Ersatz für die Ballettstange. Als Botschafterin des «What Dance Can Do Project» ist die Tänzerin nach Nairobi gekommen, um eine Woche lang junge Menschen zu unterrichten, die im Slum von Kibera leben.
Zu Hause in Paris beteiligt sie sich auch an kleinen Vorstellungen für kranke Kinder und Jugendliche im Hôpital Necker, wie sie mir einige Tage vor ihrer Abreise erzählt: «Mein Kollege, der Danseur étoile Hugo Marchand, hat mich mit der Organisation bekannt gemacht.»
Auch mal in Turnschuhen
Wir sitzen in ihrer Garderobe im Palais Garnier, das Treffen fällt mitten in eine aufregende und aufwühlende Zeit. Zu Silvester soll sie eigentlich die letzte Vorstellung von «Raymonda» tanzen, 1983 von Rudolf Nurejew nach Marius Petipa choreografiert – eine Partie, die es in sich hat. Aber seit Anfang Dezember hat an der Pariser Oper keine Vorstellung mehr ...
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Tanz Februar 2020
Rubrik: Menschen, Seite 35
von Rosita Boisseau
Tanzhäuser gibt es nicht wie Sand am Meer. Zu den ältesten der wenigen zählen das Mercat de les Flors in Barcelona (1983) und das Suzanne Dellal Centre in Tel Aviv. Letzteres hat, nach 35 Jahren, seinen Gründer in den Ruhestand verabschiedet: Yair Vardi, 71, einst Tänzer beim britischen Ballet Rambert, konnte 1989 eine ehemalige hebräische Mädchenschule mit Hilfe...
Wenn William Moore nach der Tram rennen muss, lacht ihn seine Freundin manchmal aus. Das sehe so albern aus. «Aber ich versuche eben, die Füße möglichst viel einzusetzen, um meine Knie zu schonen», erklärt der Brite. Das Knie – das ist die Achilles-Ferse des beliebten Ersten Solisten beim Ballett Zürich. Genauer: die Patellasehnen. Vor fünf Jahren musste er sie an...
Als «wunderschöne, starke, freie Frau» hat sich Sighilt Pahl dem Gedächtnis ihrer einstigen Kollegin Katalin Lörinc eingeprägt. Und mit «großer Trauer» nimmt Mats Ek nicht nur als künstlerischer Partner ihren Tod zur Kenntnis: «Unsere Erinnerung an ihre lebhafte, herzlich-innige Persönlichkeit leuchtet vor diesem dunklen Hintergrund umso intensiver.» Als Tänzerin...
