Ausbilden - Die Tanzuni

stark, unabhängig, unbequem sein: Efva Lilja besteht darauf, ihre Studierenden zu wirklich freien Künstlern zu machen. Seit 2006 ist die angesehene schwedische Choreografin Rektorin der Tanzhochschule in Stockholm. Dort gibt es seit Kurzem eine dreijährige Tänzerausbildung auf Universitätsniveau. Agnes Bührig hat sich mit ihr unterhalten

Tanz - Logo

Können Sie sich noch an Ihre eigene Lehrzeit erinnern? Gab es einen Lehrer, der besonders prägend für Sie war?                                                                                                  Ich kann mich an eine Lehrerin erinnern, die mir sehr viel bedeutet hat. Nicht durch den Unterricht, den sie gab. Sie hat mir vielmehr gezeigt, dass sie an mich glaubte.

Dass ich später in die Welt hinausgegangen bin und bei Cunningham landete, der meine Ausbildung am meisten geprägt hat, das habe ich ihr zu verdanken.

Das Potenzial des Einzelnen zu erkennen und zu fördern, ist ein wichtiger Bestandteil der Tänzerausbildung an der Tanzhochschule in Stockholm. Worauf legen Sie besonderen Wert?                                                                                                                         Zu uns kommen junge Tänzer, nachdem sie ein hartes Auswahlverfahren durchlaufen haben. Sie haben hohe Erwartungen an eine qualifizierte Ausbildung, aber nicht immer eine Vorstellung davon, was das beinhaltet. In einer Ausbildungsinstitution Raum für Experimentelles und Neues zu schaffen, ist eine große Herausforderung. In unserer Schule haben sowohl Vergangenheit und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2009
Rubrik: Beruf: Tänzer, Seite 34
von Agnes Bührig

Vergriffen
Weitere Beiträge
Bounce: «Insane in the Brain»

Als in den 1970er Jahren einer über das Kuckucksnest flog, regnete es Oscars. Milos Formans Film nach dem Roman «One Flew Over the Cuckoos’s Nest» von Ken Kesey traf den Zeitgeistnagel auf den Kopf. Antiautorität und Psychiatriekritik waren salonfähig. Die Zeiten, da man für Lobotomie einen Nobelpreis bekam, waren zwar vorbei, doch der Elektroschock galt, trotz...

Schwer geprüft

Brest, Bretagne, Dezember 2006

Das Ballett der Opéra de Lyon gastiert. Die deutsche Austauschschülerin Alma Toaspern aus Leipzig sitzt in Reihe drei und ist elektrisiert. «Limb’s Theorem» von William Forsythe. Bei Google und YouTube forscht sie nach dem Choreografen, von dem sie noch nie etwas gesehen, geschweige denn gehört hat. «Aber ich wollte die ganze Zeit mit...

Sinn für Richtung

Sinn für Richtung. Oder Wissen um die Richtung? Auch Wesen der Regie. «A sense (essence) of direction» ist mehrdeutig. Für Choreografen und Lebenskünstler formuliert der Satz ein Überlebensprinzip. Doppelsinnige, dialektische, irreführende und Markierungen setzende Botschaften adressieren Thomas Plischke und Kattrin Deufert an die Zuschauer in ihrer auf Kampnagel...