Tänzer des Jahres: Stuttgarter Männer
«Wir bräuchten dringend einen Prinzen. Aber die sind alle in Stuttgart», stöhnte der Manager eines großen deutschen Opernballetts. Und aus Stuttgart bringt sie so schnell keiner weg, obwohl sich die männlichen Stars hier auf die Füße treten. Deshalb verwundert es nicht, dass die Herrenriege auch bei der aktuellen tanz-Umfrage das Feld klar dominiert.
Seit Jahren steht Ballettintendant Reid Anderson vor dem selbst geschaffenen Luxusproblem, seine zahlreichen preisbedachten, weltweit herumgereichten Ballerinos so mit Rollen und Auftritten zu versorgen, dass sich keiner unterfordert fühlt. Und weil er das so gut macht, vermehren sie sich wundersam von Jahr zu Jahr.
Noch immer wird das Bild einer großen klassischen Kompanie von ihren Ballerinen geprägt – sei es als hartnäckiger Traditionsrest aus dem 19. Jahrhundert, wo der Partner lediglich als Träger diente, oder als Ergebnis der höheren Mädchenquote im Ballettunterricht, die quasi automatisch mehr weibliche Führungskräfte hervorbringt (bisher leider nur auf und nicht hinter der Bühne). In glücklichen Phasen herrscht ein Gleichgewicht der Geschlechter, wie es in Stuttgart einst mit den berühmten «Initialen» R(ichard Cragun), B(irgit ...
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Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Die Saison 2012/13, Seite 140
von Angela Reinhardt
Tanzkrimi des Jahres: Das Bolshoi
Choreograf des Jahres: John Neumeier
Tänzerin des Jahres: Anne Teresa De Keersmaeker
Kompanie des Jahres: Ballett am Rhein
Tänzer des Jahres: Stuttgarter Männer
Newcomer des Jahres: Dada Masilo
Maria-Helena Buckley, Sie haben bis Juni 2009 20 Jahre lang in Berlin getanzt, an der Deutschen Oper, der Staatsoper und am Staatsballett. Zuletzt waren Sie Erste Solistin. Wie sollte es mit Ihrer Karriere nach der Karriere weitergehen? Hat Sie Fotografie interessiert?
Die Fotografie nicht wirklich, Bilder schon. Mein Vater ist Maler, ich bin mit Bildern...
Der junge, gegen die Ballettkonvention rebellierende Choreograf Kostja setzt in John Neumeiers «Die Möwe» nach Anton Tschechows Komödie seinen Fuß auf das kleine Podium inmitten der Bühne. Zwischen Erfolgsrausch und Selbstzweifel schwankend, küsst er die Bretter, die ihm die Welt bedeuten. So ähnlich mag es dem 1971 als jüngstem Ballettchef nach Frankfurt berufenen...
