Artus mit John Cranko, 1970. Foto: Hannes Kilian
Hundeherz
Choreografen sind auch nur Menschen, und als solche kommen viele auf den Hund, manche auf eine Katze. Warum das so ist, warum man welches Tier erwählt, wird sicher eines Tages Forschungsgegenstand der Tanzwissenschaft. Vielleicht will man ja dann wissen, ob das denn so stimmt, was ein George Balanchine immer wieder von seiner Mourka behauptet hat: «Die Katze hat einen Körper, für den zu choreografieren sich lohnt.» Schenkt man seiner zeitweiligen Gattin Tanaquil LeClercq Glauben, hat Mr. B. es nicht bei der Verlautbarung belassen.
So wird kolportiert, dass Mourka auf Bitten Igor Strawinskys bei einer Weihnachtsparty in New York ihr Können unter Beweis gestellt hat. LeClercq spricht gar von brillanten Jetés und Tours en l’air. Nachzulesen in ihrem Buch «Mourka: the Autobiography of a Cat».
Die wenigsten Choreografen sehen ihre tierische Beziehung allerdings unter beruflichen Aspekten. Vielleicht noch Itzik Galili, der in seinem früheren Leben einmal Hundefriseur gewesen ist. Sidi Larbi Cherkaoui jedenfalls rühmt an seinen russischen Blaukatzen menschliche Eigenschaften. Er spricht von Empathie, Energie, Unabhängigkeit, Zartheit, Intelligenz und Schönheit. «Mich inspiriert die ...
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Tanz Januar 2018
Rubrik: Warm-Up, Seite 1
von Hartmut Regitz
Was bitte passiert eigentlich in «Schwanensee»? Wie kommt «Giselle» ins Grab? Und wer tummelt sich da im Königreich der Schatten von «La Bayadère»? Wer auf die Schnelle wissen will, was ihn im Theater erwartet, der greift für gewöhnlich zum Ballettführer oder klickt im Netz Wikipedia an. Dass sich aus den oft seltsam verschlungenen Inhalten auch sehr unterhaltsame...
Fürsorge
Kohlenmonoxid riecht nicht. Und Alexander Pepelyaev, ein Grande des zeitgenössischen Tanzes in Moskau, hat ganz sicher nie am Bolschoi choreografiert. Solche Fehler sind Nebensache, denn dieser Roman will vor allem provozieren: Eine 35-jährige Exballerina, die in Berlin an der Staatlichen Ballettschule unterrichtet, hat seitenweise Sex mit ihrem 16-jährigen...
Heiß geschmiedet, eisig abgekühlt. So wirken ihre Stücke. Metallisch streng, doch mit Molekül-Lücken
versetzt, mit falschen Verbindungen, die dampfen, seufzen, glitzern. In die Linie passt auch das Werk, das die israelische Choreografin Sharon Eyal mit ihrem Arbeitspartner Gai Behar für das 17-köpfige Ensemble tanzmainz am Staatstheater Mainz geschaffen hat. «Soul...
