dessau: Tomazs Kajdanski «Nachtasyl»

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Das Notquartier als «Nachtasyl»: Dorin Gals Bühne nimmt in Dessau Maxim Gorki beim Wort und platziert die «Szenen aus der Tiefe» in einem Schwimmbad, das schon mal bessere Tage erlebt haben muss. Die Gestrandeten sitzen auf dem Trockenen, wenn sie nicht gerade Amok laufen. Ohne Ausweg scheint ihr Dasein, obwohl es Fluchtmöglichkeiten bietet. Ein paar Sprossen die Leiter hinauf, und man wäre der Trostlosigkeit entronnen. Wirklich benutzt wird sie nur von einem, der für eine Nacht in dem Asyl Unterschlupf findet und am nächsten Morgen wieder verschwindet.


Bei Gorki ist Luka so etwas wie ein Landstreicher, der seinen Mitbewohnern ein paar Stunden lang Geschichten, Märchen, auch ein paar Lügen auftischt. Ganz in der Tradition einer eher missverstandenen Aufführungsgeschichte macht Tomasz Kajdanski aus ihm einen Hoffnungsträger, einen Katalysator, der die Welt seiner Mitmenschen verändert. Auf einmal gewinnen die Träume, die Angela Zumpe auf die Beckenmauern projiziert, Farbe und Frische. Selbst der Himmel, zuvor noch auf einem Plafond grau in grau, erstrahlt für kurze Zeit in schöns­tem Blau. Statt Detlev Glanerts «Theatrum Bestiarum» erklingt Arnold Schönbergs «Verklärte Nacht».
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Tanz Juli 2010
Rubrik: kalender: highlights, Seite 36
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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