bangalore fictions
«Sie werden alles beeinflussen können, nur nicht unsere Choreografie», sagen Nicole und Norbert Corsino beinahe im Chor. Man hat als Nutzer ja auch so genug zu tun, könnte nächtelang mit dieser App spielen, sich völlig verlieren in den Verzweigungen der Abenteuer, die sie ermöglicht. Getanzt werden die Animationen von den Virtuosen Revanta Sarabhai und Pooja Purohit, beide im klassisch indischen Tanz ausgebildet. Mit «Bangalore Fictions» wagen sie sich zum ersten Mal auf westlich-zeitgenössisches Terrain.
Die App ist mit einer musikalischen Brise des Subkontinents versetzt und besteht aus zwölf choreografischen Märchen voll visueller Suggestion. Sie sind anspruchsvoll gezeichnet auf der Grundlage von Videos, die im Dickicht indischer Städte gedreht wurden. Durch eine eigens entwickelte Software wirken sie malerisch wie Aquarelle. Das Tablet wird so Spielplatz und Kino zugleich. Kurze Novellen der indischen Schriftstellerin Anjum Hasan dienten als Inspiration. Sie schrieb sie eigens für das Projekt, das auch deshalb verzaubert, weil jede der zwölf Welten eine gänzlich andere Erfahrung der Interaktivität bietet. Intuitiv erschließt sich alles, was man durch Antippen und Streichen ...
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Tanz April 2014
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Thomas Hahn
Über allem schwebt ein kalter, silbriger Mond. Wenn eine Gruppe von Menschen in verschiedenen Posen und Konstellationen Momente aus dem eigenen Dasein darstellt, wenn Kinderwagen über die Bühne quietschen und eine junge Frau ihren toten Geliebten betrauert. Unter dem großen, sich langsam drehenden Trabanten tanzt ein Dandy in weißem Anzug, der die Menge dirigiert...
ganz gewaltig – nicht nur auf die Krim. Ihre Renitenz ist besonders gut zu studieren auf einem kurzen Video aus dem Jahr 2007, das gerade wieder durchs Internet strömt. Es zeigt den britischen Choreografen Christopher Wheeldon (Seite 18), der am Moskauer Bolshoi den «Hamlet» zu choreografieren versucht. Nikolai Tsiskaridze soll die Titelrolle tanzen und genießt es,...
Weder Rudolf von Laban noch Mary Wigman: mit dem Bundeszuschuss aus dem Tanzfonds Erbe begibt sich die Choreografin Dominique Dumais nicht auf die Spuren ihrer berühmten Vorgänger am Mannheimer Nationaltheater. Sie blickt stattdessen dorthin, wo einst die freie Szene war – oder eher der Glamour des internationalen Tourbetriebs? «Ein attisches Fest» feierte die...
