Wim Vandekeybus: «Oedipus / Bêt noir»
Das hat Wim Vandekeybus toll hinbekommen: In ein und demselben Festival mit «Monkey Sandwich» eines seiner besten Stücke seit Jahren zu zeigen und mit einer weiteren Arbeit, «Oedipus / Bêt noir», einen hübschen Skandal loszutreten – so geschehen bei «ImPulsTanz» in Wien.
Wäre der Sommer nur ein bisschen weniger turbulent gewesen – der Terroranschlag in Norwegen, die Börsensause, die Londoner Krawalle verhagelten die Sauregurken-Zeit –, dann hätte die österreichische Boulevardpresse kräftiger aufgegeigt.
Denn am Ende von «Oedipus / Bêt noir» bringt Vandekeybus ein Baby auf die Bühne. Da liegt das Würmchen, allein und, wie es scheint, so hilf- und schutzlos auf der Bühne. Eine große Lampe schwingt hin und her, taucht den Raum in sinistres gelbes Licht, während eine Gruppe von Gestalten auf das Kleine zukriecht. Da beginnt es ein wenig zu weinen.
Es gab Anzeigen, ein Gerichtsverfahren drohte. Man greinte: «krank» sei das. Am lautesten («Kindesmissbrauch!») protestierte die national-konservative FPÖ. In der Presseaussendung der skandalhungrigen Wiener Freiheitlichen heißt es: «Unter dem Deckmantel der Kunst wurde ein Kleinkind mitten in der Nacht auf die Bühne gelegt.» Kompliment. Das ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Oktober 2011
Rubrik: kalender und kritik, Seite 38
von Helmut Ploebst
«Sadeh 21» heißt Ohad Naharins jüngste Arbeit. Vorgestellt beim letzten «Israel Festival», basiert sie wie gewohnt auf seiner «Gaga»-Technik, die durch Improvisation und Bildassoziationen jene Bewegungsqualität erzeugen will, die etwas farbiger, extravaganter und vor allem gefühlsbetonter daherkommt, als man es sonst im zeitgenössischen Tanz zu sehen bekommt.
Man...
bochum: william forsythe
Vielleicht dieses oder doch etwas anderes – wer die Wahl hat, hat nicht die Qual, sondern die Lust, Kompetenzen zu erwerben, um sich als Tänzer zu entscheiden. Für diese Bewegung oder jene. Die unstillbare Lust, mit der William Forsythe an der Erweiterung der Potenziale des Tanzes arbeitet, eröffnet seinen Tänzern ungewohnte Freiheiten. Auch...
chancen: ausschreibungen
In Köln findet für das «SzoloDuo Fesztival» in Budapest eine Vorausscheidung für Soli (6 Min.) und Duette (9 Min.) in den Studios der Wachsfabrik statt. Sie ist eine Performanceplattform für westeuropäische Choreografen und erweitert so das Format des seit elf Jahren bestehenden Festivals. Bewerbungsschluss: 15. Oktober.
barnescrossing.de
...
