Immersive Medien
Chris Salter, Sie waren 1994/95 beteiligt an William Forsythes Ballett «Eidos : Telos», zwei Jahre später an «Sleepers Guts». Damals sprachen Sie, sprachen wir alle von interaktiven Technologien, heute sprechen wir von immersiven Technologien. Was hat sich in diesen 22 Jahren verändert?
Man kann sagen, dass es große technische Fortschritte gab. Betrachtet man die immersiven Medien aber vom 19. Jahrhundert her, hat sich eher wenig geändert.
Damals waren die Instrumente, mit denen sich am Körper Stimuli, Sensationen und sogar Wahrnehmungen messen lassen, vollkommen neu. Die heutigen immersiven Medien messen die Position des eigenen Körpers oder den Winkel des eigenen Kopfes, um den Beobachter oder Mitspieler in eine künstliche Welt einbauen zu können. Um etwas zu messen, braucht es Instrumente. Nehmen wir beispielsweise die Erfindung von Étienne-Jules Marey. Um 1880 wollte er genau beobachten, wie ein Körper sich bewegt. Damals kursierte der Verdacht, dass den eigenen Sinnen gegenüber erhebliche Zweifel angebracht sind – wie man es auch aus der Philosophie und ihrer Tradition des Zweifels kannte. Marey benutzte die Chronofotografie, in dem er die Bewegung eines ...
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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Ideen, Seite 64
von Arnd Wesemann
Im Januar: Yuri Grigorovich
Hier gibt es nur: Verehrer und Feinde. Die einen bewundern, die anderen fürchten Yuri Grigorovich, der im Januar 90 wird und den das Bolschoi-Ballett mit einem zweimonatigen Festival ehrt. Er gilt als der einflussreichste Choreograf der Sowjet-Ära, Drahtzieher vor wie hinter den Kulissen. Anlass genug, einen kritischen Blick auf den...
Ob Igor Zelenski ganz freiwillig darauf verzichtet hat, gleichzeitig dem Bayerischen Staatsballett, dessen Pendant in Novosibirsk und außerdem noch der Kompanie des Stanislawski und Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheaters in Moskau vorzustehen, weiß niemand. Tatsache ist, dass der neue Intendant des russischen Traditionshauses, Anton Getman, darauf bestand, keinen...
Das Saisoneröffnungs-Programm des Ballet Vlaanderen kombiniert unter dem Titel «West» zwei Meisterstücke postmoderner Amerikaner: Merce Cunninghams «Pond Way» und William Forsythes «Approximate Sonata 2016» – ergänzt durch das Mittelstück «Shahrazad», die jüngste Arbeit des tunesisch-amerikanischen Choreografen Jonah Bokaer. Seinen großen Vorgängern kann...
