dramaturg

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«dramaturgeïn ist Griechisch und bedeutet ‹ein Drama verfassen›. Kein Dramaturg verfasst Dramen.» So begann einst die Kritik des Theaterkritikers Gerhard Stadelmaier an diesem seltsamen Beruf: «Alle anderen am Theater zaubern mit Kunst. Der Dramaturg zaubert mit sich selbst», schrieb er. Der Dramaturg bringt sich so – sein bester Trick – selbst zum Verschwinden.  

Um einen Dramaturgen doch noch zu erhaschen, muss man das Thea-ter ein bisschen früher als sonst betreten.

Zur Publikumseinführung erscheint er wie aus dem Nichts, kommt aus einer Wand, einer Tapetentür oder tritt aus dem Vorhang. Im oberen Foyer hüstelt er ins Mikro und erzählt mehr lang als breit die Geschichte von Dornröschen, um zuletzt triumphierend mitzuteilen: Dieses «Dornröschen» werden wir nicht sehen. Sondern die Fassung des Choreografen. Es folgt ein Referat mit allen Haken und Ösen profunder Märchenanalyse. Schon ist das Publikum enttäuscht. 

Es gibt auch tolle Dramaturgen, die ganz ohne Spickzettel aus der Wand hervortreten und dem Publikum richtig einheizen. Sie verraten, an welcher Stelle im Stück welche Tollkühnheiten geschehen und welche Bravournummern wann zu beklatschen sind. Schon freut sich das ...

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Tanz Juli 2016
Rubrik: warm-up, Seite 1
von Arnd Wesemann

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