gehen wir zu dir
Tanzen kann man überall. Im Wohnzimmer, in der Wüste Negev, im Fahrstuhl. Solange man allein ist. Kaum aber will einer vor wildfremden Leuten in der U-Bahn, im Supermarkt oder auf den Tischen im Restaurant tanzen, da ist Schluss mit lustig. Dann wird die Welt zu eng, der Tanz rückt einem auf die Pelle, und die Haut wird einem unwohl. Wenn einer tanzt, nimmt er sich mutwillig Raum. Darum nehmen wir Anstoß, sobald einer stoßweise seine Gesten in die Luft tanzt, ohne Rahmen, ohne Bühne oder ohne kollektives Klubgefolge.
In Duisburg lebt das Choreografenpaar Avi Kaiser und Sergio Antonino. Die beiden reisten nach Israel. Eingeladen waren sie bei der Tochter der Gründer des Habimah-Theaters in Tel Aviv, Dalia Friedland. Dort tanzten die beiden recht mutwillig, als Dank für die Gastfreundschaft. Es wäre ein lustiger Nachmittag in privater Runde geblieben, hätte in dieser großbürgerlichen Stube nicht Avishai Finkelstein auf den Auslöser gedrückt. Mit dem hier abgedruckten Werk gewann der israelische Fotograf den ersten Preis in der Kategorie «Kultur und Kunst» beim Vorentscheid zum Fotowettbewerb von World Press.
Prompt wollte jeder in Israel die Tänzer Avi Kaiser und Sergio ...
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Es war das womöglich größte Spektakel in der Geschichte des Balletts: «Excelsior», 1881 von Luigi Manzotti choreografiert. Eine unvorstellbar große Zahl von Darstellern, eine opulente Ausstattung und als sensationell empfundene bühnentechnische Effekte rissen das Publikum in der Mailänder Scala buchstäblich von den Sitzen. Und mehr noch: Im Jahr der Uraufführung...
Im Sport war er stets der Intellektuelle, unter Intellektuellen immer der Sportler. Unter Tänzern gilt Gilles Welinski als Philosoph, der sich auf jene «Technik des Körpers» bezieht, die der Anthropologe Marcel Mauss als die Art und Weise beschrieb, wie der Mensch sich seiner selbst bedient. Mit dem Spürsinn des Archäologen gräbt Welinski nach einem verlorenen...
Auch die Theaterwissenschaft kennt den Wettbewerb: Wer kann am längsten über die 50-minütige Choreografie «Café Müller» von Pina Bausch gescheit formulieren? 70 Seiten sind der aktuelle Rekord, aufgestellt von Julia Stenzel in ihrer Dissertation «Der Körper als Kartograph?». Zu Recht zieht sie gegen die Metaphernseligkeit anderer Autoren los, die beim Schreiben...
