Hans Henning Paar: «Les autres»
Man kann sich lebhaft vorstellen, was Johann Kresnik aus diesen Thema gemacht hätte. Warum er hat es nur nie aufgegriffen für sein Choreographisches Theater? Der homosexuelle französische Schriftsteller Jean Genet, ungeliebt aufgewachsen bei Pflegeeltern und bereits mit fünfzehn Jahren wegen Diebstahls im Knast, bringt doch alle Ingredienzen für eine weihrauchumwölkte Bühnenorgie aus Blut, Sperma und Kot mit.
Auch Genets Leben und Schreiben gibt was her: Seine negative Glaubenslehre gipfelt im Mord als ultimativem anarchischen Akt; das Verbrechen heiligt den Verbrecher als Exekutive einer unveränderlichen Gesellschaft, die ihm diese Rolle auferlegt. Das Böse trägt die Amoral wie eine Monstranz vor sich her. Aber der Choreograf, der diesen Reigen aus Sex, Gewalt und literarisch mit Symbolen überfrachteter Monstrosität auf die Bühne brachte, heißt Hans Henning Paar. Er ist, einst Stipendiat der Heinz-Bosl-Stiftung, dann Ballettdirektor an wechselnden Orten in der deutschen Provinz, nun aus Braunschweig kommend, der neue Tanztheaterchef am Münchner Gärtnerplatztheater. Seine Kompanie, die so neu ist, das sie erst noch zu einer solchen zusammenwachsen muss, heißt jetzt ...
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Frau Keil, Herr Barra, von allen berühmten Stuttgarter Tänzern John Crankos waren Sie die ersten. Sie, Herr Barra, hat Cranko schon im Ensemble vorgefunden, als er kam, Sie, Frau Keil, nannte er scherzhaft seine «Babyballerina». Aber Sie waren wirklich erst sechzehn. Ein Jahr später sorgte er dafür, dass Sie mit einem Stipendium an die Royal Ballet School gehen...
hat den nach dem Nobelpreis höchstdotierten Kyoto-Preis in der Kategorie «Kunst und Philosophie» erhalten. Und ist endlich auch Ehrenbürgerin der Stadt Wuppertal. Das hat gedauert, weil die Deutschen der Kontinuität misstrauen, den Bruch lieben, Bausch lieber anhimmeln würden wie das Wetter. Deutsche wollen Wechselhaftes. Darum brennt ihnen Pina Bausch immer wieder...
