Ohne Funktion
«CC Cushion Umgebung Nr. 5: Kulturwald, der österreichische». Was sich sperrig liest, ist Paul Wenningers bei sommerlichen Temperaturen im Hof des Wiener Museumsquartiers vier Tage lang aufgestellte riesige, transparente Plastikblase. Acht Meter mal neun Meter mal dreieinhalb Meter. Das monströse Polster hält sich durch Luftüberdruck. Drinnen ein Nadelwald, installiert vom in Australien lebenden Landschaftsgestalter Christian Lindle. Die Bäume welken binnen kurzer Zeit. Die Botschaft ist klar: Da stirbt etwas, dem natürlich gewachsen der gewohnte Boden entzogen wurde.
Der Kulturwald stirbt.
Paul Wenningers Leben in der Plastikblase
«Ich habe fünfzehn Jahre Tanzgeschichte hinter mir», sagt der Wiener Choreograf Paul Wenninger, «ich glaube nicht mehr an das Präsentieren, an das traditionelle Vorführen, an lineares Erzählen.» Der vor allem an Martial Arts interessierte und einige Jahre bei Catherine Diverrès tanzende Künstler ist von der fiktiven Ortlosigkeit einer gewohnten, schwarzen Bühnensituation angeödet. Ein marodes Wiener Kaffeehaus hat er erst bespielt. Dann recherchierte er. Die amerikanische Weltraumbehörde experimentiert mit sogenannten intelligenten Materialien, die nur ...
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Frédéric Flamand, Sie schwören auf Architekten, die Ihnen Bühnenräume entwerfen. Woher stammt Ihre Vorliebe für die Baukunst? Meine besondere Beziehung zum Raum entstand lang, bevor ich begann, mit Architekten zu arbeiten. Wir schufen in Brüssel eine der ersten experimentellen Theaterkompanien...
Mein erstes Buch, das ich mit 18 Jahren nicht schrieb, sondern klebte, handelte vom Raum. Ich verdiente mir vor Weihnachten das Taschengeld auf unserem lokalen Postbüro, indem ich die eingeschriebenen Sendungen in ein Buch übertrug. Hinter mir tickte der Telegraf, und ein Kollege zerschnitt den endlosen Nachrichtenstreifen in für das Telegrammformular passende...
Hoffnungsträger im Tanz? Wenn ich darüber nachdenke, trage ich eine Menge Hoffnung mit mir rum. So hoffe ich ganz doll, dass die WM-ähnliche Vereins- und Netzwerkeuphorie außer großen Parteitagen auch ihre Gegenbewegung erzeugt. Über unsere Erfolge haben wir 2006 genug geredet, jetzt hoffe ich auf vermehrte künstlerische Eigensinnigkeit. Keine Regierungserklärungen...
