der zentaur
Es gibt ein Vorspiel vor dem Vorhang, einem monumentalen Plissee in gediegenem Beige. Pferde waren angekündigt, doch da steht ein Piano. Ein merkwürdiges Kerlchen klettert darauf herum und wirkt trotz eines Jacketts nicht gerade wie ein Pianist. Die schrägen Töne der Sonate kommen vom Band. Während sich der Piano-Alpinist unendlich langsam Richtung Boden windet, erweckt er kaum den Eindruck, er habe mit dem Publikum noch Menschliches zu teilen. Er dringt vielmehr vor ins Reich der Toten, ohne Anzug, nur scheinbar nackt. Seine silberfarbene Haut schillert wie ein Panzer.
In seinem Schutz überschreitet er die Grenzen zwischen Mensch und Schlange, Kröte, Ferkel oder Spinne. Es ist der Altmeister des Butoh, Ko Murobushi, der hier etwas Wiederkehrendes verkörpert, dieser einstige Gefährte Tatsumi Hijikatas, der nun sein Leben mit dem Pferdetrainer Bartabas und dessen engsten Vertrauten teilt, mit einem der Erfinder jenes Genres, das man Tanztheater mit Pferden nennt. Sie heißen Horizonte, Soutine, Pollock und Le Tintoret. Drei sind weiß, eines ist schwarz. Der Rumpf wächst wie ein Baumstumpf aus dem Boden, darüber thront ein menschlicher Oberkörper. Pferd und Mensch verwachsen ...
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Tanz März 2011
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Thomas Hahn
...wird ab Mai Nachfolgerin von Katrin Kolo und Meret Schlegel in der Leitung des Tanzhauses Zürich. Die Schweizerin lebt noch in den Niederlanden: Sie tanzte und choreografierte von 1996 bis 2008 beim Hans Hof Ensemble, leitet seitdem mit Peter Kadar die in Amsterdam ansässige Kompanie Bollwerk. Andrea Boll plant für das Tanzhaus Zürich «eine Zukunft mit vermehrt...
Sie sind Leiterin der École Supérieure de Danse de Cannes, die 1961 von Rosella Hightower gegründet wurde. In diesem Jahr feiern Sie das fünfzigjährige Bestehen der Schule. Herzlichen Glückwunsch.
Vielen Dank. Ich habe die Schule erst im August 2009 von Monique Loudières übernommen. Und Rosella Hightowers Namen tragen wir weiterhin. Sie war ja für ihre Zeit...
Zu den «Zeitgenössischen Schweizer Tanztagen» hat auch ein Projekt mit dem Namen «Aufräumarbeiten im Wasserfall» Premiere. Warum ein so guter Titel noch immer nur ein Arbeitstitel sein soll, ahnt, wer Anna Hubers Denkart kennt: Sie sucht nach der «Ritze zwischen dem Möglichen und dem Unmöglichen». Körpergrenzen ästhetisch aufzulösen, statt sie festzulegen, das ist...
