Grenzwertig
Die Welt lebt von Grenzen. Der Kolonialismus zog sie willkürlich über die Landkarte. So grenzte man sich voneinander ab – so, wie die Moderne vom Ballett, das den Kolonialismus repräsentierte. Sagt Natasha Hassiotis
Seit fünfhundert Jahren ist Afrika kolonialisiert. Kolonialismus heißt: Die Ökonomie in einer Kolonie gehört ihr nicht. Arbeit wird nur aufgezwungen, um Bodenschätze oder Ernten einzufahren. Ohne jede Gewinnbeteiligung. Diese «Arbeitsteilung» funktioniert auch strikt körperlich. Der «Weiße» arbeitet nicht mit seinem Körper. Sondern verbirgt ihn.
Der «Schwarze» gibt seinen Körper preis. Denn wir lieben jeden Unterschied.
Zum Kolonialismus gehört vor allem, dass Tradition weitgehend eliminiert und gegen eine «moderne» Zweckrationalität ersetzt worden ist. In ihren Kolonien begannen die Europäer «mit der sofortigen Veränderung des lokalen Lebensraums, um noch so weit entfernte Gebiete in Ansichtskarten der zurückgelassenen Heimat zu verwandeln … Eine große Anzahl an Pflanzen, Tieren, Getreidesorten, Landwirschafts- und Baumethoden trafen in den Kolonien ein, verwandelten sie in neue Orte mitsamt neuen Krankheiten, Umweltschäden und der Traumatisierung der überwältigten ...
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John Neumeier huldigt unverdrossen seinem Tanzgott Vaslav Nijinsky. Die 100-Jahrfeier der Ballets Russes im kommenden Jahr bietet die willkommene Chance, seine 35. Spielzeit dem Idol zu widmen. Am 19. Mai 1909 gaben Les Ballets Russes im Pariser Théâtre du Châtelet ihren triumphalen Einstand. Nijinsky wurde über Nacht zum Tanzstar im Fokin-Ballett «Le pavillon...
Immer auf dem Sprung
Von Afrika nach Europa, von Europa in die USA, von Porto nach Oslo. Für Tänzer gibt es mehr Grenzen, als ihnen lieb sein kann.
Faustin Linyekula zum Beispiel. Der Mann im Zeitungsrock. Er erzählt von einer wahren Odyssee. Oder Ecotopia: Eine Agentur sucht die Löcher im Zaun. Natasha Hassiotis fragt, warum wir so viele Grenzen haben
Die modernen...
