lyon: Eszter Salamon: «Tales of the Bodiless»

Tanz - Logo

Wie wäre es, würden wir als Moorleichen überdauern, ohne Skelett, nur Haut und Haar? Wie wäre es, wenn wir keinen Körper hätten? Oder «körpervoll» wären, um als Substitute für die Körperlosen herzuhalten, als deren Prostituierte? Eszter Salamon erzählt in ihrem neuesten Stück «Tales of the Bodiless. Musical Fiction Without Science» Geschichten vom Verlust des Körpers.

Zusammen mit Bojana Cvejic´ (Konzept und Text), mit Cédric Dambrain und Terre Thaemlitz, die für die Musik zeichnen, mit der Lichtdesignerin Sylvie Garot und Peter Böhm, der den Sound gemacht hat, sammelt Eszter Salamon Stimmen und lässt sie über eine Stunde lang auf das Auditorium los wie in der Geisterbahn. Das erste Wort hat die Choreografin selbst, wenn sie dem Publikum Schauergeschichten erzählt vom Feuer, das von der Bühne auf den Zuschauerraum übergriff, und von den Feuerwehrmännern, die Löschschaum bis in den letzten Winkel des Theaters pumpten, aber leider nichts retten konnten. Doch mittlerweile sei hier feuerpolizeilich alles auf dem neues-ten Stand. Nach der Ansprache erlischt das Licht im Auditorium.

Die Erzählungen vom Verlust des Körpers – die eigentlich Erzählungen vom Verlust der Gestalt sind – geht ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2011
Rubrik: kalender und kritik, Seite 43
von Katja Schneider

Weitere Beiträge
liam scarlett...

Liam Scarlett ist ein typisches Produkt des Royal Ballet. Er tritt gelassen auf, entspannt in Hemd und Jeans, aber immer mit der freundlichen Haltung eines sturen Einzelgängers. Einer, der weiß, wer er ist und was man von ihm erwarten kann: ein ebenso disziplinierter wie ambitionierter 25-jähriger Tänzer des Flaggschiffs unter den britischen Kompanien. Natürlich...

das bein ist anstößig...

Ist dies denn nicht der Inbegriff von Schönheit und Eleganz? Unter den Augen der 1951 verstorbenen Ballettpädagogin Agrippina Waganowa exerziert eine Schülerin der Waganowa-Akademie in St. Petersburg eine perfekte Arabesque penchée. Das nach hinten gestreckte Bein hebt sie auf 130 Grad. Nicht mehr und nicht weniger. So ist es schön. Doch jüngst untersuchte ein...

violet kid

Da fehlt einfach ein «N». Das neue Stück von Hofesh Shechter, «Violet Kid», zeigt keine lilafarbenen Kinder, sondern es geht um Gewalt, violence, violent kids. Oder glaubt man das zu schnell? Hat man ihnen nur das «N» – wie «no» – weggenommen? Aberzogen? Zu Beginn stellen sich die 14 Tänzer des New Yorker Cedar Lake Contemporary Ballet in einer Reihe auf: einfache...