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Tanz hat es schwer, aber nur deshalb, weil er – entgegen seinem Hang zu Höherem oder gar zu einer gewissen Transzendenz – sich stets und unerbittlich gegen die Niederungen der Sprache wehren muss. Diese Niederungen drohen ihm am Staatstheater Braunschweig schon im Parkettfoyer, wo das Volk sich versammelt, bevor es vor der Bühne die choreografische Kunst von Jan Pusch erleben wird.
Warnrot und hintergrundbeleuchtet zieht sich über die gesamte Länge der Wand ein wirklich großer Satz: «Je perfekter das System, je größer die Ruhe im Glauben an seine Ordnung, desto gigantischer und verheerender sein Zusammenbruch.» Eine solch programmatische Gleichung bezieht sich natürlich nicht auf das Staatstheater, sondern wurde von einem Theaterautor namens Nis-Momme Stockmann in einem Stück gebraucht, das u. a. den Titel trägt: «Die potentielle Holistik eines Schnellkochtopfs im Kosmos des modernen Seins» – wobei auch dieser Topf sicher nicht als Metapher fürs Staatstheater herhalten mag. Vielmehr geht man doch in ein Theater, weil dort gern im Schnellkochverfahren ein Text erzählt wird, in dessen Tiefen die unendliche Weite der Kultur erscheint, die zu durchqueren im optimalen Fall ein sehr ...
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Tanz April 2013
Rubrik: produktionen, Seite 12
von Arnd Wesemann
Knapp 30 Jahre hat es von der Idee, das Grab George Balanchines aufzusuchen, bis zu ihrer Verwirklichung gedauert. Immer wieder fand sich ein Grund, die gute Absicht weiter hinauszuschieben. In der Regel war die Zeit zu knapp, um bei einem Kurzbesuch im Big Apple gleich einen ganzen Tag für diesen Ausflug nach Long Island preiszugeben. Die Jahre gingen dahin, und...
Sein Vertrag lief nur noch bis zum 8. September, dann hätte Kevin O’Day komplett neu verhandeln müssen – doch neuerdings ist der bisherige Ballettchef nun sogar Ko-Intendant des Nationaltheaters Mannheim, eines urdeutschen Fünfspartentheaters mit immenser Tradition. 1785 hob es Friedrich Schillers skandalumwitterte «Räuber» aus der Taufe, seine Tanzgeschichte...
Für Tomasz Kajdanski, den Leiter des 14-köpfigen Balletts am Anhaltischen Theater Dessau, ist seine Bühne «eine Kirche» – ein Ort der Zuflucht und der Einkehr in einer Stadt, die seit den Wendejahren nie richtig zu sich gefunden hat. Weder der kulturelle Leuchtturm des Bauhauses noch ortsansässige Groß-Institutionen wie das Bundesumweltamt ändern etwas daran, dass...
