André Gingras: «nel foco che gli affina»
Wieso kommt ein kanadischer Choreograf nach Nürnberg, in die deutsche Stadt, in der man, wenn man kann, am behaglichsten lebt? Will er uns Dantes Purgatorium, will er das Fegefeuer zeigen? In der Spielzeughauptstadt, Lebkuchen- und Christkindlmetropole, der süffigsten Wein- und Bierschwemme Deutschlands? Für André Gingras, der mit seinem zierlichen Vollbart wirkt wie ein adretter Gutmensch auf den letzten Stufen einer mittleren Managementleiter, ist die Hölle offenbar dort, wo lauter wohlständige Gutmenschen sich im Paradies der ewigen Dämmerung zwischen Walkman-Konsum und Online-Sho
pping langweilen.
Also hier. Er, der schon seine «Theories of Excess» choreografierte, der auf politische Notwendigkeit pocht, wenn er in «CYP17» die Gentechnik anklagt und den westlichen Sicherheitswahn in «The Sweet Flesh Room» durch den Kakao zog, der in «The Lindenmeier System» die Migration als biologische Notwendigkeit bewies, gegen die Unnatur der Grenzen, er kommt in Nürnberg an – und streckt alle viere von sich.
Warum? Sein neues Experiment verzichtet auf seine Autorschaft, wenigstens sieht es so aus. Er hat sechzehn Tänzer gefragt, was für sie die Hölle sei. Und siehe, die Hölle ist all ...
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The intimate universe of Ginette Laurin and her seven O Vertigo dancers is on view for the entire world to see. Because the world premiere of “ANGELs” represents a departure for the Montréal-based choreographer who since the start of her prolific career has solidified her reputation on the international stage with her poetic, physically dynamic dances. In truth,...
Who the fuck is Mozart?
nennt Sergei Vanaev seinen Mozart-Beitrag tatsächlich. So ganz dämlich ist die Frage vielleicht nicht. Der Choreograf in Bremerhaven denkt wohl manchmal auch: Where the fuck is Bremerhaven? Denn selbst dann ist man noch nicht am Ziel- und im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wenn es um die Salzburger Wunderkind-Feier des Jahres 2006 geht....
Tanzend hat sich Mozart fünfjährig erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, im Ballett zu einem lateinischen Ordensdrama, das auf der Bühne des Salzburger Universitätstheaters im September 1761 aufgeführt wurde. Der Tanz sollte Mozart bis in das letzte Lebensjahr begleiten, weil er seit 1787 als kaiserlicher «Hofkammerkompositeur» für die Tanzmusik der Hofbälle...
