giselle auf dvd
Auf den ersten Blick sehen sich beide «Giselle»-Aufnahmen auf dem Cover zum Verwechseln ähnlich. Und unterscheiden sich doch, auch wenn die Choreografie von Jules Perrot und Jean Coralli (in der überlieferten Version von Marius Petipa) mehr oder weniger dieselbe ist. Die Einstudierung des Tokyo Ballet fußt auf der Fassung von Nikolai Sergejew, die Fassung des Niederländischen Nationalballetts haben vor gut einem Jahr Rachel Beaujean und Ricardo Bustamante überarbeitet.
Auch wenn die japanische Produktion keineswegs Staub angesetzt hat, scheint die der Niederländer wie aus dem Ei gepellt: Noch frisch die Farben, die Toer van Schayk als Bühnenbildner malend mischt, natürlich ausgespielt der erste Akt und von unverbrauchter Poesie der zweite, dessen Projektionskraft sich schwerlich steigern lässt. Umso überraschender, dass die Vorstellung der Japaner um einiges jugendlicher, spontaner, mitreißender wirkt – was das Verdienst der beiden Interpreten ist. Mizuka Ueno macht sich ihre Giselle so zu eigen, dass nicht nur die Ungeduld des Herzens spürbar wird, sondern auch der körperliche Verfall, der sich während der Wahnsinnsszene schleppenden Schritts ankündigt. Dass Friedemann Vogel ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein perfektes En dehors, eine Auswärtsstellung der Beine von 180 Grad? Viele Tänzer träumen davon. Es gilt als Geschenk Gottes und der Gene, gibt aber keine Garantie für Genie. Größen wie Márcia Haydée oder Rudolf Nurejew nahmen ihre anatomischen Mängel eher als Ansporn für ihre Entwicklung als Künstler. Tanzmediziner beschäftigen sich trotzdem mit den Gelenken, um...
Da ist sie wieder, in alter Größe und auf den Spuren des totalen Spektakels: Ariane Mnouchkine. Ganz offensichtlich will sie zeigen, dass die große Direktorin des revolutionären Theaters in Frankreich noch längst nicht mundtot ist, und dreht ausgerechnet einen Stummfilm. Mnouchkines neues Stück «Les naufragés du Fol Espoir» ist das Making-of eines Films aus der...
Wenn das Stuttgarter Ballett mal wieder einen Choreografen als Ballettdirektor in die Welt hinausschickt, diesmal Christian Spuck, liefert die Noverre-Gesellschaft zuverlässig Nachschub: diesmal die drei Namensgeber des neues Programms «Breiner Lee Volpi» im Schauspielhaus, die alle in Reid Andersons Kompanie tanzen.
Douglas Lee liebt das extreme Verbiegen der...
