simone sandroni
Five-six-seven-eight. Und Hüfte Hüfte Hüfte! And sexy, sweet and charming! Ironische Emphase, wildes Gefühl: Ein Ensemble verbreitet pure Begeisterung. Zehn Tänzer zur Reihe quer über die Bühne aufgestellt, mit dem Ur-Schrei des Tanzes angezählt, auf die «eight» werden dann wechselweise diverse Körperpartien gekurbelt, gekurvt, gewippt. Sie sind Protestler und Propagandisten für furchtlose Lebensbejahung. Sie spielen Punks, Pogos, Pin-ups, nicht in verstörender Radikalität, sondern als verträgliches «Als-ob». So hat man es gern, so liebt man seine Outlaws.
Und dank dieser philanthropischen Ruppigkeit dürfte die neue Equipe «Tanz Bielefeld» schon mit ihrer ersten Aufführung das Publikum geknackt haben.
Rätselhaftes Bielefeld
Auch der Spiritus rector dieser Truppe ist derzeit die wandelnde Euphorie. Deutsches Stadttheater? Funktionierende Förderkultur! Bielefeld? Herausfordernd! Die neue Kompanie? Fantastisch! Bisschen viel «hurra»? «Ich muss glücklich sein: Ich bin erst seit zweieinhalb Monaten hier und habe mir den Job, die Stadt selbst ausgesucht!» Tatsächlich, man hätte es nicht vermutet: Simone Sandroni, der rockige Mitbegründer erst von Ultima Vez, dann von Déjà Donné, ist unter ...
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Tanz Dezember 2015
Rubrik: Menschen, Seite 20
von Nicole Strecker
«schwanensee» in stockholm
Auch wenn dieser Schwan ein paar Federn gelassen hat: Der «Robocygne», von Asa und Carl Unander-Scharin im Labor aufgepäppelt, ähnelt zwar eher einem gerupften Huhn. Als künstlicher Schwan ist er aber zweifellos die Attraktion einer Ausstellung im Stockholmer Dansmuseet, die sich bis zum 6. Januar mit den vielfältigen Erscheinungsformen...
Kitsch? Das könnte denken, wer Kevin O’Days Ensemble am Mannheimer Nationaltheater zum ersten Mal in «Alpha – Omega» tanzen sieht. Ein Kinderchor begrüßt die Zuschauer mit jenseitig schönem Gesang; aufgereiht an einem Becken, das Saal und Bühne trennt, wirken die 32 jungen Sänger im Spiegel des Wassers tatsächlich fern wie Engel. Hinter ihnen heben sich Tänzer...
Das Publikum im ausverkauften tanzhaus nrw in Düsseldorf applaudierte am Ende von Sidi Larbi Cherkaouis «Fractus V» nicht nur, es erhob sich zu stehenden Ovationen. Warum? Vielleicht, weil alles so klar war. Cherkaouis Stücke geben sich zugewandt, sie bieten Futter; hier sind es jede Menge Tanz und live gespielte und gesungene Musik, zwei Prisen Text, Noam Chomsky...
