saarbrücken: Marguerite Donlon: «Close up»
Ganz wörtlich rückt diese Nahaufnahme Tänzern und Publikum auf den Leib, mit Blitzlicht, Lupe und herangezoomten Filmbildern. Aber sie blickt auch in die Köpfe hinein, untersucht in Texten oder Szenen das Entstehen von Tanz, seine Bedingungen und seine Tradition, um dann in der reinen Bewegung die Kommunikation per Körper und das nonverbale Verstehen auszutesten, mit wiederholten Assoziationen zur Gebärdensprache. In der klassischen Collageform des Tanztheaters entsteht so eine 80-minütige, mitunter sehr leichte Revue über das Phänomen des Auf-die-Pelle-Rückens.
Bestens gelaunt thront Marguerite Donlons Tänzerschar, die hier als Co-Choreografenkollektiv fungiert, vor Beginn auf einem weißen Sofa und lacht uns Zuschauern erwartungsvoll ins Gesicht. Ein grober Plan wird entworfen und an den Flügel geklebt, auf dem Kaori Nomura zwischen Bach, Jazz und Moderne improvisiert. Im schwarzen Tutu schält sich eine Tänzerin aus ihrem Campingzelt und erzählt uns, dass sie beim klassischen Ballett nie glücklich geworden wäre. Ganz nostalgisch aber trippelt sie dazu den «Sterbenden Schwan», der zur Schilderung eines echten, blutigen Todes mit eckig abgeknickten Flügeln verendet. Ein Kollegin ...
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Tanz Juni 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Angela Reinhardt
In der Volksoper Wien läuft «Ein Sommernachtstraum» von Jorma Elo mit dem Wiener Staatsballett. Das mit dem Benois de la Danse ausgezeichnete Ballett kam 2010 in der Wiener Staatsoper zur Uraufführung. Auch die Kostümbildnerin hätte diesen Tanz-Oscar verdient gehabt: Sandra Woodall ließ sich von der Natur inspirieren, Moose, Flechten, Pilze, Schmetterlingsflügel...
1981, Harlem, New York. Ein älterer, leicht besoffener Herr zuckt unkontrolliert mit den Schultern: Erst schießt die linke nach oben, dann schiebt sich mit der Hüfte auch die rechte Schulter nach vorn. Sein Unterkörper bewegt sich in stoßartigen Bewegungen rhythmisch vor und zurück. Der ganze Körper gerät in epileptisches Schütteln und Rütteln. Was dieser Mann...
2011 hat das verheerende Erdbeben von Fukushima einmal mehr die enorme Kraft von Naturgewalten demonstriert, die sich jeder menschlichen Kontrolle entziehen und Künstler immer wieder zu einer Bestandsaufnahme ihres Schaffens zwingen. Unter der gelassenen Oberfläche des Alltagslebens in Japan schwelen derweil Furcht und Sorge: Zwei Jahre immerhin sind ins Land...
