Winfried Schneider
Winfried Schneider hat den Tango nicht neu erfunden. Aber der Ballettdirektor und Regisseur der Staatsoperette Dresden weiß damit Effekt zu machen. «Romance de barrio» nennt er am Staatstheater Cottbus sein zweiteiliges Ballett nach einem Titel von Aníbal Troilo, den das Instrumentalsextett um den Berliner Bandeonisten Peter Reil ebenso live wie leidenschaftlich interpretiert: der Todestanz eines gealterten Tango-Tänzers, der sich wie in «Le Bal» in den letzten Stunden seines Lebens einstiger Gefühle und Gedanken erinnert.
All das hört sich gut an, und zu sehen gibt’s den Abend über genug: Denn Schneider schert sich nicht um irgendwelche Stilfragen, sondern kombiniert so geschickt klassisches Ballett, Jazz und Revue, dass der choreografierte Tango chamäleongleich ständig seine «Farbe» wechselt. Mal anlehnungsbedürftig, mal emotionsgeladen begegnen sich die acht Tänzer in immer wieder neu konzipierten Episoden – und während sich ein Tango an den andern reiht, zeigen sie sich von unterschiedlichen, durchweg erfreulichen Seiten. So die bildschöne Weinina Weilijiang, die es aus unerfindlichen Gründen von China nach Cottbus verschlagen hat, oder Jens Nater, der wie der «Tod» Radek ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Christopher Wheeldon is to have a dance company of his own. Ballet lovers in America and Britain consider the 33 year old New York resident of English birth to be one of the few hopes for work that is both original and classical – or at least neo-neo-classical. His group, to be called Morphoses the Wheeldon Company, will shuttle between London’s Sadler’s Wells and...
Versteh einer die Bonner, Kölner, Düsseldorfer, deren Mentalität und das, was man im ganzen Rest der Republik bewundert. Diese rheintaltiefe Überzeugung, dass Politiker nur Mist bauen, was niemanden daran hindert, sie gern zu wählen. Was die Welt hier Klüngel nennt, die Mitgliedschaft im Karnevalsverein, befindet schon qua Vereinssatzung, dass Politiker Mist bauen....
«Ich bin nicht nur eine Frau, die heute lebt. Ich bin alle Frauen, die je gelebt haben.» Die indische Choreografin Chandralekha lebt nicht mehr, und doch lebt sie weiter in ihrer für den zeitgenössischen Tanz in Indien so bahnbrechenden wie emanzipatorischen Arbeit. In ihren Schülerinnen und Schülern. Und in ihrem choreografischen Werk, auf das man die vielseitige...
