abschied

Nachrufe auf Klaus Geitel und Susanne Menck

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Klaus Geitel

Er war ein Glückskind. Klaus Geitel erinnerte sich grundsätzlich nur an die schönen Momente seines Lebens, und derer gab es viele. Aufgewachsen als Sohn eines großbürgerlichen Fahnenfabrikanten, hat er von Kindesbeinen an Musik eingesogen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zog es ihn nach Paris. Der Student tauchte tief ein ins Leben der Boheme, in die Welt der Oper, des Theaters, des Tanzes. Ab 1958 schrieb er darüber für deutsche Zeitungen, zudem verfasste er Bücher – beides ging ihm leicht von der Hand.

 

Geitel war eher Partner der Künstler als strenger Richter über sie. Er beschrieb ihr Leben, charakterisierte stets wohlwollend ihr Tun – und ließ sich möglichst keine Aufführung an der Mailänder Scala, im Pariser Palais Garnier oder in Covent Garden entgehen. In der Musikkritik verwurzelt, betrachtete er den Tanz als eigentliche Kür. Er erfreute sich an dessen sinnlichen Reizen genauso wie an der Poesie oder reinen Vergeistigung der Bewegung. Ob Béjart, Nurejew, Cranko, Haydée – er kannte die Großen und verfolgte ihr Schaffen.

Mit 90 Jahren hörte er aus freien Stücken auf zu schreiben. Er hatte genug gesehen, vom Ballett bis zum Tanztheater und zur Performance. ...

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Tanz August/September 2016
Rubrik: Menschen, Seite 28
von Manuel Brug

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