Nicole Seiler: «Playback»

bern

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Die Beziehung zwischen Musik und Tanz zum Hauptanliegen eines Tanzstücks zu machen, ist weder neu noch aufregend – außer es geschieht so akribisch und sensibel wie in Raimund Hoghes «Swan Lake, 4 Acts» von 2005. Dort kam Pjotr Tschaikowskys «Schwanensee»-Musik vom Band, auf der Bühne wurde der Tanz zum Ritual. Nicole Seiler versucht nun exakt das Gegenteil: «Playback» ist eine stumme Choreografie, der Tanz klingt einzig durch das Aufprallen und Rutschen der Turnschuhe auf weißem Boden.


 

Die Lausanner Choreografin verteilt eine gigantische Zahl von Stücktiteln, die auf eine Leinwand projiziert werden: «Yellow Submarine», «Da Da Da», «Barbara» oder «Kiss» – und sechs Tänzer, haut­eng in Weiß gekleidet, wenden sich der Reihe nach dem Publikum zu und wieder ab, finden sich zum lautlosen Karaoke und verursachen einige Lacher.
 

Ein Tänzer schaut ins Publikum, auf der Leinwand steht: «Born In The USA». Heißt das, er sei in Amerika geboren? Wir lesen «Decibel» (AC/DC) und sehen, wie die aufgereihten Tänzer die kleinen, auf- und absteigenden Lichttürmchen eines Verstärkers imitieren: in die Knie gehen, in die Luft hüpfen, sich wieder ducken. Nicole Seilers Frage hat semiotischen Glanz: Was ...

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Tanz Juni 2010
Rubrik: kalender, Seite 48
von Anna Hohler

Vergriffen
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