cd des monats

der flamme entgegen

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Dreißig Jahre lang hat Vladimir Ashkenazy kein Album mehr eingespielt. Wenn er jetzt zum 100. Todestag von Alexander Skrjabin noch einmal seine pianistische Könnerschaft beweist, dann nicht zuletzt, weil die Popularität von dessen sinfonischem Œuvre die der Klavierstücke leicht überschattet. Zu kurz, um sich in ihrer Schönheit ganz zu erschließen, lassen sie im Zusammenklang gleichwohl eine Entwicklung erkennen, die zeigt, dass der Komponist schon in jungen Jahren den Einfluss Chopins meistert. Erst fünfzehn war Skrjabin, als er mit seiner Etüde in cis-Moll, op. 2, Nr.

1 eine kometenhafte Karriere startete. Auf der CD finden sich Mazurkas, die man so von einem Mystiker wie Skrjabin nie erwartet hätte.

Es gibt einen Walzer, jede Menge Préludes, noch mehr «Poèmes» – und mit «Vers la flamme» am Ende ein vielschichtiges Stück von gerade mal fünf Minuten Dauer, das 1914 entstand und in seinen Akkorden etwas Aufloderndes, Verzehrendes hat, das einen sofort an das «Poème du feu» des gleichen Komponisten denken lässt. Tatsächlich hat er «Vers la flamme» noch als großes Orchesterwerk ausarbeiten wollen, möglicherweise als ein Gesamtkunstwerk, alle Sinne ansprechend. Dazu ist es nicht mehr ...

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Tanz Juni 2015
Rubrik: medien, Seite 63
von Hartmut Regitz

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