Kein Flüchtling
Das Fernsehen machte ihn quasi über Nacht bekannt. Der Dokumentarfilm «Dance or Die» des Regisseurs und Journalisten Roozbeh Kaboly,- für die niederländische TV-Serie «Nieuwsuur» 2016 produziert, schildert, wie sich der junge Syrer Ahmad Joudeh seinen Traum, Tänzer zu werden, erfüllt hat – trotz Krieg und väterlichem Widerstand.
Joudehs Geschichte hat in den Niederlanden emotionale Wellen geschlagen und bei Het Nationale Ballet derart Eindruck gemacht, dass man dort beschloss, einen Fonds einzurichten, der es dem Tänzer ermöglichte, ein Ausbildungsjahr in den Niederlanden zu verbringen. Kaum in Amsterdam angekommen, wurde er zu einer Art Nationalheld ausgerufen und schließlich zu einer paneuropäischen Symbolfigur, nachdem der Film auch in anderen Ländern ausgestrahlt worden war. Dieser plötzliche Ruhm, hält er an? Konnte sich Joudeh mit seiner Friedensbotschaft in Europa – und in Syrien – nachhaltig Gehör verschaffen? Und was ist aus seiner Hoffnung geworden, in sein Heimatland zurückzukehren und dort als Tänzer zu arbeiten?
In den Schoß gefallen ist Ahmad Joudeh in seinem Leben so gut wie nichts. Der älteste Sohn eines palästinensischen Vaters und einer -syrischen Mutter – er ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Fremde, Seite 118
von Pieter T’Jonck
Für mich als Privatmensch bezeichnet Heimat etwas Vertrautes und Beruhigendes, das keineswegs die Form eines Gebäudes oder Konstrukts haben muss. Heimat kann das Gefühl von Behaglichkeit und innere-r--- -Ruhe bedeuten. Als Künstler verstehen wir Heimat gewissermaßen als unser Zentrum. Tänzerinnen und Tänzer sind ja ohnehin stets auf der Suche nach ihrer Mitte –...
Die Dresdnerin hat von 1990 bis 1996 an der Palucca Hochschule für Tanz studiert. Dann zog es sie in die Tanzwelt, vornehmlich zu Frédéric Flamand nach Frankreich. Fast zehn Jahre war sie beim Ballet National de Marseille als Solistin engagiert, tanzte in Choreografien von Richard Siegal, Emanuel Gat, Annabelle Lopez Ochoa, Pascal Touzeau oder Yasuyuki Endo. Sie...
Folgende Orte habe ich bislang als home bezeichnet: Peterborough, Annandale-on-Hudson, Manhattan, Frankfurt am Main, Paris, München, und Madrid. Die Liste der Orte, an denen ich mich vorübergehend zu Hause gefühlt habe, ist allerdings weitaus länger. Andererseits fehlen auf ihr zuweilen auch Orte, an denen ich wohnte – meine eigene Haut eingeschlossen.
Ich bin...
