Bonn, Mühlheim
So möchte man Tanz jetzt immer untermalt haben: mit individuellem Kopfhörer auf den Ohren, der die eigene Geräuschhaftigkeit, vor allem aber die der lästigen Mit-Theaterbesucher ausblendet – titelgemäß: «Nur Ich!» Ein überwältigendes Sounderlebnis von Jörg Ritzenhoff, seit Jahren Hauskomponist der Bonner Kompanie CocoonDance. Über Kopfhörer dringt zunächst unruhiges Atmen direkt ins Hirn der Zuschauer.
Unwillkürlich überträgt man das Geräusch auf den Körper auf der Bühne, fühlt sich ihm trotz räumlicher Distanz ganz nah.
Ein nackter Mann mäandert durch Posen, sucht als Chimäre nach einer Seinsform: auf dem Boden liegend, zittrig wie die Linien auf einem Egon-Schiele-Akt, dann kauernd mit modellierten Muskeln wie ein Rodin-Denker, später schmerzlust-zerquält wie die Schwulenikone vom Hl. Sebastian.
Damit beginnt die neue Produktion «No Body But Me» von CocoonDance-Choreografin Rafaële Giovanola, und Tänzer Álvaro Esteban präsentiert die Posen mit perfektem Mix aus Narzissmus, spöttischer Distanz und echter Sinnlichkeit. CocoonDance hat schon seit Längerem eine Schwäche für die Vorsilbe «post». Die «postnarrative Postmoderne» von Foucault & Co verwandelten ...
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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 45
von Nicole Stecker
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Im Januar: Yuri Grigorovich
Hier gibt es nur: Verehrer und Feinde. Die einen bewundern, die anderen fürchten Yuri Grigorovich, der im Januar 90 wird und den das Bolschoi-Ballett mit einem zweimonatigen Festival ehrt. Er gilt als der einflussreichste Choreograf der Sowjet-Ära, Drahtzieher vor wie hinter den Kulissen. Anlass genug, einen kritischen Blick auf den...
Na bitte, geht doch, und es musste dafür noch nicht mal Weihnachten werden: Die Pina Bausch Foundation und der französische Verlag L‘Arche Editeur haben ihren Streit beigelegt (tanz 7/16). Dabei ging es, wie die Stiftung mitteilte, «um hunderte von Videobändern von einzigartigem tanzhistorischen Wert». In einer Vereinbarung einigten sich die Parteien darauf,...
