tanzarchive: gralshüter
Die betagte Dame servierte dem Besucher Kokosmakronen und dirigierte ihn dann ins Studio, um das Ergebnis seiner Arbeit zu begutachten. Aber was sie zu sehen bekam, ging ihr dermaßen gegen den Strich, dass sie die Ärmel hoch- und die Performance ihres Studiosus so lautstark umkrempelte, wie es einer «alten Ausdruckstanzschachtel» gebührt. Der Gemaßregelte begriff, dass jede Korrektur Waltraud Luleys – «Der kleine Finger, Herr Nachbar, der kleine Finger!» – ihn Dore Hoyer und der «Spannungsintensität ihres Tanzens» näherbrachte.
(Martin Nachbars Erinnerung an Luleys Lektion, abgedruckt im Sammelband «Are 100 Objects Enough to Represent the Dance?»)
«Zur Archivierbarkeit von Tanz» weist geradewegs darauf hin, wo das institutionelle Sammeln von Papier, Postern und Probenvideos an Grenzen stößt. Dort nämlich, wo Vergangenheit sich neu inkorporieren und wiederbeleben soll, um die Kunst von dermaleinst ins Heute zu holen. Fünfzehn Beiträge versammelt die Herausgeberin Janine Schulze, die Tanzarchive als Orte «des Erinnerns, des Körpergedächtnisses, der Bewegung» porträtieren und dabei über den deutschen Horizont hinaus nach Frankreich (Centre National de la Danse), USA (Jerome Robbins ...
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ist die diesjährige Auserwählte der «Rolex Mentor and Protégé Arts Initiative». Die Grande Dame des Postmodern Dance wird sich um den australischen Tänzer und Choreografen Lee Serle kümmern. Seit 2008 bewegt sich der 28-Jährige in der Szene seiner Heimat Melbourne, tanzte bei Lucy Guerin und Chunky Move. Nachdem er sich an zwei Stücken selbst versucht hat, wird ihm...
Eine Masse, umgeben von einer glänzenden Hülle, in goldenes Licht getaucht. Mit diesem Bild setzt Marie Chouinards neues Stück «Le nombre d’or (LIVE)» ein. Die Masse beginnt sich zu bewegen; aus einem Knäuel werden zwei Personen, die sich wie Katzen räkeln, sich langsam voneinander lösen. Ganz allmählich kriechen die beiden unter der Hülle hervor, sie strecken...
wird für ihr bisheriges Werk mit dem «Schweizer Tanz- und Choreografiepreis 2010» ausgezeichnet. Die Jurybegründung hebt etwas pittoresk ihren schmalen Körper hervor, den sie den Spannungsfeldern von Raum und Klang aussetzt. Verliehen wird ihr der mit 30.000 Schweizer Franken dotierte Preis am 25. Oktober in der Berner Dampfzentrale anlässlich einer Aufführung...
