kritik? unerwünscht

Überall wird die PR-Trommel gerührt - und die Tanzkritik abgewickelt. Mit verheerenden Folgen für Kunst, Künstler und Publikum. Ein Zwischenruf

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Jahrzehntelang war die professionelle Tanzkritik in Tages- und Fachpresse für Pluralismus und Verlässlichkeit bekannt und geschätzt. Ihre Verwilderung setzte mit dem Siegeszug der digitalen Medien ein: Zunehmend müssen Autoren um faire Honorare feilschen, während die Veröffentlichungsmöglichkeiten generell stark zurückgehen. Das hat verheerende Folgen:

1.

Nach den jüngsten Umstrukturierungen in den großen Zeitungen sind nur noch sehr wenige Tanzkritiker und -kritikerinnen mit profundem Fachwissen übrig geblieben, denen nunmehr die Pflicht obliegt, umfassend über die Kunstform Tanz zu berichten und der Öffentlichkeit einen Überblick über das internationale Tanzgeschehen zu verschaffen.

2. In einem Klima radikaler Mittelkürzungen haben sich Institutionen und Sponsoren auf eine neue Medienstrategie verlegt, um ihren Auftritt in den sozialen Medien und mittels digitaler PR-Kampagnen voranzutreiben und somit die Öffentlichkeit auf direktem Wege mit – zumeist positiven – Nachrichten zu füttern. Derweil verliert die professionelle Tanzkritik (mit den weit weniger kontrollierbaren Meinungen und Urteilen ihrer Verfasser) allerorten an Bedeutung.

3. Angesichts der schrumpfenden Anzahl ...

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Tanz Mai 2016
Rubrik: Traditionen, Seite 58
von Ismene brown

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