dessau

tomasz kajdanski «das verlorene paradies»

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Das Theater ist ein Paradies. Die Dessauer hatten es im Sommer 2013 sogar angepflockt. Damit es bloß nicht verschwände. Jetzt stehen 1,5 Millionen Euro weniger pro Jahr im Budget dieses irgendwie auszunutzenden 1100-Plätze-Hauses, in einer Stadt, so winzig wie Meiningen: 80.000 Einwohner, 400.000 Menschen im Einzugsgebiet. Auf der Bühne verblieben: nur noch neun Tänzer. Natürlich zu reduzierten Gehältern. Als echte Spagatkünstler setzen sie alles daran, trotzdem zu gefallen. Sie wollen beweisen, dass sie auch als Minderlöhner einen Wert haben. Dabei sind alle gegen sie.

Sogar der Leiter des «Kurt Weill Fest Dessau», Michael Kaufmann, hat sich mit dem aufmüpfigen Noch-Generalintendanten des Anhaltischen Theaters André Bücker öffentlich angelegt. Und das, obgleich «Das verlorene Paradies» im Rahmen seines Festes stattfand. Vielleicht, weil Kaufmann  sich mehr künstlerischen Einfluss gewünscht hätte. Wozu denn? Da dirigiert Daniel Carlberg Musik von Weill, Hindemith und Schönberg souverän als adrett arrangiertes Potpourri aus Sing- und Orchesterstücken. Die heilige Moderne eben. Entsprechend treten die neun Tänzer zunächst als göttliche Wesen auf, tragen Masken nach javanischer Art. ...

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Tanz April 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 36
von Arnd Wesemann

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