für die alten: madeline ritter
hat es mal wieder geschafft. Die Frau mit dem herrlich glücklichen Lachen, die seit 2006 im Auftrag der Kulturstiftung des Bundes den Tanzplan Deutschland geleitet hat und zuletzt den Tanzfonds Erbe aus dem Geist des bloßen Bewahrens befreite, sie gründet nun eine Tanzkompanie für Tänzer 40+, und das aus Mitteln des Bundeshaushalts. «Dance On» heißt das neue Bundesaltenballett, auch wenn es keine nationale Seniorentanzriege werden soll. Stattdessen handelt es sich um ein internationales Start-up mit Partnern in Paris (CND), London (Sadler’s Wells) und Ludwigshafen (BASF).
Ohne das Geld dieser Koproduzenten mitzurechnen, liegen für die nächsten vier Jahre bereits 1,5 Millionen Euro im Topf. Klar mag das Neider auf den Plan rufen, denn die Idee ist schlicht und hat durch Stars wie Mikhail Baryshnikov, Sylvie Guillem oder das abgewickelte Nederlands Dans Theater 3 auch bekannte Vorbilder. Aber die Neugründung, derzeit für 2015 anvisiert, zeigt vor allem, dass der Bundestag entgegen aller anderslautenden Beteuerungen sehr wohl in der Lage ist, unmittelbar in das Tanzgeschehen dieser Republik einzugreifen. Eine Truppe von vielleicht sieben festen Tänzern, versorgt von wechselnden ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2014
Rubrik: menschen, Seite 32
von Arnd Wesemann
screening_________
jiŘí kylián
steht in einem Ballettsaal des Prager Konservatoriums und erinnert sich, wie es war, als er 1962 hierher kam, um sein Tanzstudium aufzunehmen. Draußen rauscht der Verkehr, drinnen steht ein Mann, versunken ins Gestern und zugleich bereit, seine Gedanken zu teilen. Mit dem Regisseur Don Kent und dem Fernsehpublikum, das «Jiří Kylián:...
Sample number one. Four break-dancers nag on a female dancer, small and frightened, determined to walk unharmed through a long initiatory journey. Between dizzying jumps and silent soft landings, under beams of light and rains of sound effects, a pure choreography of jazz, contemporary and break dance – raving, muscular and extraordinary sharp – puts together...
Zu den hypnotischen Pizzicato-Klängen eines Cellos und der zarten Singstimme der jungen Frau, die das Instrument live auf der schwarz ausgelegten Bühne spielt, vollführen vier alte Frauen ein strenges Ritual, indem sie einander ein kleines, mit Spitze besetztes Stück Stoff herumreichen: eine schlichte, reduzierte Geste, typisch für die Formensprache des...
