Moving Architecture
«Moving Architecture» nennt Daniel Arsham seine Raumskulpturen, die er kürzlich in Moskau gezeigt hat. Genüsslich kreiert er Paradoxien und plastische Verzerrungen. Futuristisch und entkörperlicht sind diese tanzenden Raumgebilde, gefroren in der Bewegung – in dem flüchtigen Moment, wo sich Architektur und Performance treffen.
Was fehlt, sind Farben. Die fluide Architektur ist monochrom, weiß. Arsham ist farbenblind. Erst seit zwei Jahren trägt er eine spezielle Brille, deren Gläser das Licht auf bestimmte Weise brechen und so den für ihn sichtbaren Farbraum erweitern.
«Das Leben ist nuancierter», sagt Arsham, «ist es aber interessanter? Da bin ich mir nicht so sicher.»
Arsham, geboren 1980 in Cleveland, teilt sein Studio in Brooklyn mit dem Architekten Alex Mustonen. «Snarkitecture» nennen sie ihre gemeinsamen groß angelegten Projekte zwischen Kunst und Architektur, nach Lewis Carrolls berühmtem Nonsense-Gedicht «The Hunting of the Snark» («Die Jagd nach dem Schnatz»). Ihre Arbeiten zerstören Strukturen und setzen die Welt neu zusammen, interpretieren Materialien um und inszenieren begehbare Raumerlebnisse.
Zum ersten Mal für die Bühne arbeitete Daniel Arsham mit gerade mal ...
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Tanz April 2018
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Marina Dafova
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