Katerina Andreou
«I was very into it and never really part of it», so beschreibt Katerina Andreou ihre Beziehung zum Ballett- und Klavierstudium, dem sie sich bis Anfang 20 widmete. Dieses Teilhaben aber nicht Teilsein hat sie beibehalten. Nicht umsonst heißt ihr letztes Stück «BSTRD»: ein Bastard ohne Vokale, ein Körper ohne Seele. Was gehört zu mir? Was kann ich mir aneignen? Diese Fragen überlässt sie ihrem physischen Apparat zur Entscheidung.
Sie füttert ihn mit Ballett, Salsa, Boxen, griechischen Volkstanzschritten, urban dances, frühen Ausdruckstanz- oder 80er-Jahre-Rockstarposen, reduziert das Vokabular auf das, was sie interessiert, portioniert und poliert. Dann überlässt sie dem Körper, was er daraus macht. In einem klaren formalen Rahmen, mit Musiksamples aus Rock- und House-Musik, verfolgt sie in ihren Stücken das Prinzip der instant composition. In «A Kind of Fierce» – das Setting markieren zwei Boxen und eine Lichtschranke im Hintergrund – wirkt sie noch gliederpuppenartig und fremdgesteuert. In «BSTRD», 2018 u. a. auf dem «Young Choreographers Festival» in Athen gezeigt, scheint die Wahlfranzösin (und studierte Rechtsanwältin) sich zweizuteilen: Der Oberkörper wirkt lange Zeit wie ein ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 154
von Astrid Kaminski
Wenn Alexandre Paulikevitch aus dem Haus geht, gibt er sich aufreizend weiblich. So sieht es zumindest der Großteil der Männer in den Straßen seiner Heimatstadt Beirut, wo Paulikevitch für seine Lockenpracht, seine Haltung und seine Kleidung ausgiebig beschimpft wird. «Das ist so, seit ich mein Auto verkauft habe, um mein Stück finanzieren zu können. Seitdem muss...
Die Seuche des interaktiven Theaters hat inzwischen den Tanz angesteckt. Auch dort kann das Publikum mittlerweile per Handyklick den Vorstellungsverlauf beeinflussen und neuen Wein in alte Schläuche füllen helfen. Ich hasse dieses alberne Getue aus tiefster Seele, deshalb war ich fest entschlossen, mir Benjamin Vandewalle in Brüssel nicht anzusehen, weil sein Tun...
Drei Damen reiten auf einem aufblasbaren Springbrunnen, tanzen auf dem Rand des schwankenden Beckens, ringen miteinander in einer luftgefüllten, vier Meter durchmessenden Brunnenschale. In der zeitgenössischen Tanzkunst würde allein dieses Bild Applaus erheischen. Die bulgarische Choreografin Anna Dankova setzt Entscheidendes noch oben drauf. Ihre Tänzerinnen kauen...
