die russen kommen

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ganz gewaltig – nicht nur auf die Krim. Ihre Renitenz ist besonders gut zu studieren auf einem kurzen Video aus dem Jahr 2007, das gerade wieder durchs Internet strömt. Es zeigt den britischen Choreografen Christopher Wheeldon (Seite 18), der am Moskauer Bolshoi den «Hamlet» zu choreografieren versucht. Nikolai Tsiskaridze soll die Titelrolle tanzen und genießt es, den Fremden völlig auflaufen zu lassen. Die Musik von Arvo Pärt nennt er unerträglich. Was immer ihm Wheeldon zu tanzen anbietet, er verdreht die Augen.

Der Konflikt mit dem inzwischen zum Leiter der Waganowa-Akademie Gekürten (tanz 12/13) ähnelt frappierend der aktuellen diplomatischen Fehde. Wie Tsiskaridze schafft es auch Putin, die russische Weltbühne mit wenigen Sprüngen souverän zu durchmessen. Auch er weiß, wie man dem Fortschritt eine Nase dreht. Putin kennt den Westen: Wo immer man in Europa die Freiheit im Namen der Moderne behauptet, nimmt sich Russland die Freiheit, eine Wagenladung voll alter Moral dagegenzukippen.

Tatsächlich herrscht ein Kulturkampf zwischen Ost und West. In München wurde er soeben von Igor Zelensky gewonnen (Seite 12). 2016 wird dieser ehrgeizige Leiter von gleich zwei russischen ...

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Tanz April 2014
Rubrik: editorial, Seite 1
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