bern: Yet Company: «Vivant!»

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Noch nie von dieser Schweizer Kompanie gehört? Nie den in der Berliner Etage ausgebildeten Pantomimen Fabian Cohn kennengelernt? Nie die Tanzpädagogin Dominika Willinek getroffen, die fließend in sechs Sprachen parliert? Dabei ist ihre gemeinsame, 2010 gegründete Tanzkompanie ein echter Renner. Nie sah man die Uferstudios in Berlin so gefüllt mit jungem Publikum.

Nie gab es im Vorfeld derart oft zerstörte Plakate.

Das Motiv zeigt fünf nackte Körper ohne Kopf, die skulptural ineinander so verschmolzen sind, dass man sich nicht entscheiden kann: Weibchen oder Männchen? Die im Wedding vorherrschende Religiosität nahm es gleich mal als Provokation. Das Publikum war umso beeindruckter, als genau das geboten wurde, was angekündigt war: Fünf Frauen, die sich nahezu nackt aus Tüchern wickeln und, sobald der Bühnennebel sich lichtet, den Blick freigeben auf die Schönheit eines Tanzes, der sich ganz auf die angesagte «Bier»-Ästhetik von Bewegung, Inhalt, Entschleunigung und Reduktion verlässt.

Es gibt keinen doppelten Boden, keinen über die Körper hinausweisenden Diskurs, keinen Anspruch, der das Denken über die Leiblichkeit stellt. Es gibt nur das, was zu sehen ist. Das ist der Inhalt. Der ...

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Tanz August/September 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 72
von Arnd Wesemann

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