der goldene schuh: serie: tanz-mode
Statistisch gesehen, kauft jeder Bundesbürger vier Paar Schuhe pro Jahr – die Damen eher mehr, die Herren eher weniger. Ballett-Tänzerinnen indes verbrauchen vier Spitzenschuh-Sets häufig schon binnen zwei Wochen. Und wer meint, den Kunstinstrumenten sei mit der Alltagsdevise «aussuchen, reinschlüpfen, fertig» beizukommen, ist falsch gewickelt.
So ein Spitzenschuh wächst sich schnell zum Nadel-und-Faden-Tagewerk aus, gibt es doch jenseits der obligatorischen Fessel-Bänder vielfach verbreitete Nachbesserungspraktiken: Häkelschlingen rund um die Spitze sorgen für standsichere Balancen, verstärkte Fersennähte verhindern den gefürchteten Pantoffel-Effekt, und harte Sohlen werden mit allerlei Klopf- und Biegeprozeduren fügsam gemacht.
Das alles hat der goldene Spitzenschuh noch vor sich, dem zur Uraufführung von Christopher Wheeldons «Cinderella» (siehe S. 24) im Foyer des Amsterdamer Muziektheater ein Gala-Ambiente bereitet wird: Auf Samtkissen gebettet, thront das famose Stück mitten in einem elegant gezimmerten Verkaufsstand, den zwei zuvorkommende Junior Sales Manager betreuen. Für 100 € kann jeder Premierenbesucher den Glitzerfetisch erwerben und damit nicht nur eine ...
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Tanz Mai 2013
Rubrik: praxis, Seite 72
von Dorion Weickmann
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