7 Bretter der List
Vierzehn Chinesen balancieren und wippen auf ihrem Kulturerbe. In der Airbus-Stadt Toulouse ließ der studierte Physiker Aurélien Bory, der für seine französische Compagnie 111 auch sonst gern akrobatische Schwebepartien auf schiefer Ebene choreografiert, sieben über einhundert Kilogramm schwere Tangram-Blöcke fertigen – die schiere Vergrößerung des klassischen chinesischen Legespiels Tangram. Es besteht aus zwei großen, einem mittelgroßen und zwei kleinen Dreiecken sowie aus einem Quadrat und einem Parallelogramm.
Aus dieser schlichten Geometrie können endlos viele Figuren gelegt werden, was den Chinesen seit über zwei Jahrtausenden zeigt: Die Natur ist aus Dreiecken geformt.
Aurélien Bory besuchte die Kunsthochschule von Dalian, der reichen Hafenstadt am Gelben Meer, und fand zwölf Virtuosen der Peking-Oper und zwei Artisten, die auf diesen Geometrien, die in China «ki kiao ban» oder die «Sieben Bretter der List» heißen, akrobatische Kunststücke aufführen, tanzen, singen, und zwischen den gewaltigen Platten nach oben oder unten fahren. Da hofft der Zuschauer, dass niemand zerquetscht werde.
Sieben der Performer haben ihre Laufbahn bereits beendet. Der älteste ist 58, der jüngste ...
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