Feigheit vor dem Nachwuchs
Wenn man vom «Stuttgarter Ballettwunder» spricht, wird reflexhaft John Cranko erinnert. Gleich nach dem Reflex denkt man an diese sonderbar brennende Bürgerbewegung, die mit gleich zwei Fördervereinen das Ballett der Stuttgarter feiert. Zwei Freundeskreise für eine Kompanie, wo gibt’s denn so was? Beide, die John-Cranko-Gesellschaft und die Noverre-Gesellschaft, kümmern sich um Nachwuchs. Die «Crankos» scharten sich nach dessen Tod 1973 um die dem Stuttgarter Ballett angeschlossene Schule. Die «Noverres» sorgen sich bereits seit 1958 um die Nachwuchsförderung von Choreografen.
Jetzt drohten die «Noverres» mit Selbstmord wegen Mitgliederschwund, Müdigkeit und mangelnder Solidarität des Stuttgarter Balletts. So viel zum Mitgliederschwund: 236 Vasallen hat die Noverre-Gesellschaft. Auch wenn sie schrumpft, ist das viel, sie sind das Sahnehäubchen der Bürgerschaft, die Einfluss übt. Müdigkeit: Gell, das ist der Glos-Effekt. Rainer Woihsyk, langjähriger Pressechef des Stuttgarter Balletts, mag nicht mehr. Wegen mangelnder Solidarität seines ehemaligen Hauses. Es gibt zu wenig Tänzer für zu wenig Stuttgarter Choreografen, die die Nachwuchsplattform «Junge Choreographen» austanzen – am ...
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