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Auf dem Weg nach Dresden Franz Kafka gelesen: «Man fotografiert Dinge, um sie aus dem Sinn zu verscheuchen.» Wir knipsen, um nicht hinzusehen. Wir halten uns auf Reisen die touristischen Objekte vom Leib, indem wir sie «ab»-lichten. Wegblitzen. Man könnte mit dem gleichen Recht sagen: Tanzfotografie verscheucht das Erlebte. Tanzfotografie ersetzt die vergänglichen Vorgänge auf der Bühne gegen das Bild. Eben weil der Tanz fast nie zum Bild erstarrt. Weil Tanz das Gegenteil von Bild ist.
Die Palucca Schule Dresden. Eine neue Leitung. Mit einem neuen Konzept.
Werde von einem bellenden Mops-Hund empfangen. «Gret Palucca hatte auch einen», sagt sein Herrchen, der Pressesprecher Konrad Hirsch. Der Hund spricht für Kontinuität. Umso weniger muss der Pressesprecher sprechen. Er muss das neue Image verbreiten. In Zukunft mehr Klassik, weniger Moderne. Zehn Tage lang soll sich die Palucca Schule in einem großen Dresdner Einkaufszentrum darstellen. Sie geht an eine Öffentlichkeit, die ein bestimmtes Bild von Tanz hat. Bei den meisten wird dieses Image nicht durch Theaterbesuche verfertigt. Eher durch Jugenderinnerungen. Und durch die Tanzfotografie. Dieses diffuse Bild von Tanz muss die Schule ...
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Ein Märchenauge, wie es in der Kálmán-Operette «Die Zirkusprinzessin» heißt? Oder das «Trugbild der Lust», von dem später die Rede ist? Der Betrachter muss tief blicken, bevor sich auf seiner Netzhaut zwischen zwei Lidschlägen Wunsch oder Wirklichkeit widerspiegeln: durch eine riesige Pupille wie in eine Camera obscura, in deren schwarzem Gehäuse eine verpuppte...
Immer wieder stößt sie gegen den Tisch, als wär' er eine Wand: ein traumatisches Erlebnis, von Susanne Linke 1985 in ein bewegtes, bewegendes Bild gefasst. Im Kindesalter kämpfte ihr Körper gegen seine Sprachlosigkeit an: eine falsch behandelte Meningitis kostete der Tänzerin fast das Gehör. Sich erinnernd, tanzt sich Susanne Linke Schritt um Schritt von ihrer...
Seine besten Stücke hat der 46-jährige Martin Schläpfer, der aus der Schweiz stammende Ballettdirektor des Staatstheaters in Mainz, zu eher kammermusikalischen Kompositionen geschaffen: zu Johann Sebastian Bachs «Kunst der Fuge», zu Ludwig van Beethovens «Diabelli-Variationen», Helmut Lachenmanns «Tanzsuite mit Deutschlandlied» oder, im Fall von «ein Wald, ein...
