Bühnenreif
Peter Lund, Sie arbeiten seit 1987 als freier Regisseur und Autor, seit 2002 sind Sie Professor im Studiengang Musical/Show an der Universität der Künste Berlin. Was macht Ihnen mehr Spaß, Regie führen oder Unterrichten?
Das hält sich Gott sei Dank die Waage. Das -Unterrichten war allerdings nie mein Lebensziel, ich wollte immer unbedingt Regisseur werden. Ich habe aber auch schnell gemerkt, dass ich den universitären Rahmen sehr zu schätzen weiß – ein bisschen akademischen Rückenwind zu haben, forschen zu dürfen, die Freiheit zu haben, Dinge auszuprobieren.
Ich selbst war ja nie auf einer Kunsthochschule, ich habe Architektur studiert. Als ich hier an der UdK anfing, noch mit Lehrauftrag, da war ich selber erst 27 Jahre alt, also nur wenig älter als die Studenten. Ich bin dann langsam in meine Rolle hineingewachsen und habe natürlich auch einiges vom akademischen Verwaltungsalltag kennengelernt – zugegeben nicht der allerschönste Aspekt des Lehrberufes. Aber auch als Leitungsmitglied der Neuköllner Oper weiß ich ja, dass man gewisse bürokratische Hausaufgaben machen muss, um sich künstlerische Freiräume zu verschaffen. Übrigens bin ich selbst an dieser Hochschule zweimal durch ...
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Tanz April 2019
Rubrik: Praxis, Seite 58
von Marc Staudacher
CD des Monats: Aschenbrödel
Partizipation war 1898 noch ein Fremdwort. Praktiziert hat sie damals einer, von dem man das am wenigsten erwarten sollte: Johann Strauß. Er wünschte sich ein Libretto für ein geplantes Ballett, und das wurde auch gefunden; in Form eines Preisausschreibens. 718 Einsendungen wurden von einer Kommission begutachtet. Ein Text entsprach...
1927 geboren, war er noch Augenzeuge des Warschauer Aufstands 1944. In den 1960er-Jahren entkam er, wie sein Freund, der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, der poststalinistischen Intellektuellen-Hatz in Polen und ging, mit Bertolt Brecht unterm Arm, in die Vereinigten Staaten. 1982 kam er, mit Robert Wilson im Gepäck, nach Gießen, um den Studiengang...
Der berühmteste Sohn der Ruhrgebietsmetropole Oberhausen heißt Christoph Schlingensief. Der 2010 gestorbene Künstler lud die damals sechs Millionen Arbeitslosen zum Baden ins Urlaubsdomizil von Ex-Bundeskanzler Kohl am Wolfgangsee ein, gründete die Obdachlosenpartei «Chance 2000» und errichtete zu den «Wiener Festwochen» ein Containerdorf für Asylbewerber, die nach...
