Tero Saarinen
Wenn ich mir meinen nächsten Bundeskanzler unter den Choreografen aussuchen dürfte, würde ich ohne zu zögern Tero Saarinen wählen. Denn der parteilose Finne, Jahrgang 1964, verkörpert jene Alternative, die in der Politik fehlt: leidenschaftlichen Humanismus, intellektuelles Partisanentum, moralische Unbestechlichkeit und die strikte Weigerung, seine Ideale den angeblich übermächtigen ökonomischen Sachzwängen zu opfern.
Saarinens Karriere beginnt 1992 mit seinem Austritt aus dem Finnischen Nationalballett, wo er als Solotänzer zwar sehr erfolgreich gewesen war, sich aber bald gefangen gefühlt hatte in den Rollenmustern des klassischen Weltbilds. »Ich bin kein Prinz, kein Monster und wollte auch nicht immer den Clown spielen«, sagt der Choreograf heute – und die Liste seiner mehr als zwei Dutzend Werke liest sich rückblickend als Protokoll einer beharrlichen Suche nach den komplexeren Möglichkeiten des Menschseins. Dabei hat er, anders als viele Vertreter des zeitgenössischen Tanzes, nie das kleine Ich mit seinen läppischen Neurosen zum großen Thema erhoben. Seine Figuren veranschaulichen den postmodernen Konflikt zwischen emanzipiertem Individuum und fortgeschrittener Gesellschaft, ...
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Es ist fast aus den Schlagzeilen verschwunden, das große Kompaniesterben. Vielleicht, weil sie so leise weinen, dass sie einem nicht mal Leid tun. Freiburg, Heidelberg, Eisenach stehen auf der Kippe, und beinah: Saarbrücken. Bis die Meldung kam, dass die dortige Ballettintendantin Marguerite Donlon ihren Vertrag bis 2009 verlängert, weit über die Amtszeit ihres...
Das wäre doch eine hübsche Idee: Wir behaupten, der Tanz gehört dem Zuschauer. Und weil er ihn nicht einfach aus dem Theater mit nach Hause nehmen kann, kann er ihn sich als Tanzdokumentation dauerhaft habhaft machen. So, wie ein Poster zwar keine Gemälde ersetzt. Aber immerhin. Das Video oder die DVD erhält er gegen eine kleine Gebühr. Versteht sich.
Wollte man...
