«Reportable Portraits» von Deufert und Plischke
Dies sei «die choreografische Untersuchung einer Ästhetik der Gemeinschaft». Steht so im Programm von Reportable Portraits. Will sagen: die Gemeinschaft sei ästhetisch, weil sie sich durch ihre gemeinsame Bewegung eine Ordnung und Struktur bestimmt. Ist das schon choreografisch? Oder noch faschistisch? Augen zu.
In fünf Akten, getrennt durch sehr schöne, stille, erholsame Blackouts, agieren die in Hamburg mit Lehrstuhl behafteten, intellektuell versierten «Künstler-Zwillinge» Kattrin Deufert und Thomas Plischke bei der Urauffühung zum steirischen herbst in Graz in einem von Herman Sorgeloos gebauten Bühnenumriss, der alles offen legt, jede Schraubzwinge, jede Leuchtröhre, jeden Dimmer in einem ansonsten schwarzen Nichts. Darin entfalten fünf Tänzer ein «armes» Bewegungsmaterial, mit geschlossenen Augen, auch apart mal in Ruheposition auf dem Boden liegend, das Ganze also: schläfrig. Vielleicht der sedierte Traum von der Gleichheit aller? Was sieht man wirklich, falls man nach den Blackouts wieder erwacht? Auf Funktion reduzierte Architektur, auf Bewegung reduzierten Tanz, auf Geräusch reduzierte Musik von Hubert Machnik. Das ist der Nullpunkt einer toten Utopie aus dem Geist des ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
1994 verursachte Bill T. Jones mit «Still/Here» einigen Aufruhr. Die amerikanische Kritikerin Arlene Croce weigerte sich, das Werk zu rezensieren – es handelte nicht nur von AIDS; es grundierte seine Tänze auch mit den Aussagen todkranker HIV-Positiver. Jetzt hat Susanne Linke den Titel von Jones’ Stück ironisch variiert. «Still hier! It’s Wonderful», in sechs...
Bekannt wurde der polnische Künstler Piotr Uklanski mit seinem «Dance Floor», einem kunterbunten Leuchtboden, der dem Tänzer die Schritte vorleuchtet und sie beschleunigt, bis es unmmöglich wird, dem Lichtgewitter weiter zu folgen. Uklanski zerlegte im «Dance Floor» den Schritt so lang in Variationen, bis der Schritt unmenschlich wurde. Beim steirischen herbst in...
Historians credit Hélio Oiticica and his 1967 Tropicália exhibition in Rio de Janeiro with triggering an explosion of cultural upheaval, soon to be suppressed by years of military dictatorship in Brazil. While the music of Gilberto Gil and Caetano Veloso, and the movement that became known as Tropicalismo, continued to have a lasting influence on world music ever...
