Brenda Dixon Gottschild / Hellmut Gottschild
Sie ist eine dunkel-glühende Schönheit, die jederzeit in ansteckendes Lachen ausbrechen kann; er ein Mann von ästhetischem Körperbau, spirituell angehaucht und mit verspieltem Lächeln. Beide bilden sie seit ihrer gemeinsamen Lehrzeit an der Temple University von Philadelphia während der 1980er-Jahre ein Paar: die Kulturhistorikerin, Choreografin und Performerin Brenda Dixon Gottschild und der Tänzer und Choreograf Hellmut Gottschild.
Seit 1991 verheiratet und inzwischen beide emeritiert, steuern die Afroamerikanerin und der Deutsche zum diesjährigen Festival «Tanz im August» mit «In Bodies – We Trust Tongue Smell Color Revisited» eine embodied lecture performance bei, mit der sie seit 1999 touren und die sich mit den Themen Rasse, Geschlecht und Performance auseinandersetzt. Die aktuelle Version hält dabei Rückschau und reflektiert das Original, ist also eine Standortbestimmung.
Vor Jahren sprach ich mit Hellmut Gottschild über die Anfänge der Berliner Group Motion, seinen Umzug nach Philadelphia (1968) sowie die Gründung der ZeroMoving Dance Company, die sich 1993 auflöste. «Nach dem Krieg war der moderne Tanz in Deutschland so gut wie verschwunden. Eine seiner letzten Bastionen ...
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Tanz August/September 2017
Rubrik: Menschen, Seite 36
von Merilyn Jackson
Meistens tanzen sie hinter verschlossenen Türen, auf glatten Parkettböden: Tangotänzerinnen in eleganten Kleidern, Tangotänzer in feinen Hemden. Der Sommer öffnet ihnen andere Räume, in München oder anderswo. Melancholische Tangomusik schallt aus Lautsprechern über öffentliche Plätze. Die Kleidung ist leger. «Open Street Milongas» heißen die Tango-Stunden, die...
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