Opiyo Okach
Opiyo Okach, in Ihrem Stück «Abila» von 2002 benutzen Sie Versatzstücke aus traditionellen Ritualen wie das Einreiben des Körpers mit roter Erde und schaffen in Verbindung mit Videos choreografische Bilder, deren Eleganz und zeremonielle Schönheit auf einer Stufe mit Sankai Juku stehen.
Allerdings habe ich dafür, dass ich mit sakralen Elementen arbeitete, in Kenia einige Anfeindungen erlebt. Dort herrschen strenge moralische und soziale Regeln. Die ursprüngliche Kultur hat sich mit der christlichen vermischt, die unser Verhältnis zum Körper zerstört hat.
In vielen Fragen wurde die katholische Sichtweise übernommen. Aber das Zusammenleben mit den anderen Gemeinschaften, auch den Moslems, ist harmonisch.
Jeder bewegt sich im Alltag zwischen mehreren Sprachen und Kulturen und kann die Perspektive des anderen nachvollziehen. So begreift man, dass es keine absolute Wahrheit gibt. Man versteht sich nicht als Zentrum der Welt, sondern lebt in mehreren Welten gleichzeitig. Das hat auch mit dem Funktionieren von Demokratie zu tun und mit einem Gleichgewicht in der Welt. George Bushs «Entweder du bist mein Freund oder mein Feind», hält dieser Realität nicht stand. Viele Kenianer tragen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sasha Waltz hat Pech: Erst setzte Bernd Wilms vom Hauptstadtkulturfonds die weitere Förderung der Berliner Choreografin aus. Was bedeutet, sie muss 875 000 Euro suchen. Der Berliner Haushalt gibt ihr nur 600 000 dazu und wird kaum die neue Fehlsumme in voller Höhe übernehmen. Dann sollte Sash Waltz den ganz großen, in Thessaloniki vergebenen Europäischen Preis für...
Daniela Kurz lässt sich auf keinen Kompromiss ein. Am Ende ihrer zehnten Spielzeit am Staatstheater Nürnberg macht sie Schluss mit dem Tanztheater – am 17. Mai unter dem Titel «Nächster Halt: Freiheit», eine Recherche, die sich mit der politischen Dimension der Kunst auseinandersetzt. Schon im Vorfeld waren die Bürger der Stadt gefragt. Während des Arbeitsprozesses...
Veitstanz
«Durch Pest, lange Kriege und endloses Unglück zermürbt und im Innersten aufgewühlt», so schreibt Wilhelm Angerstein in seinem 1868 publizierten Buch über «Volkstänze im deutschen Mittelalter», «wälzen sich Scharen Besessener von Ort zu Ort westwärts. Allein oder Hand in Hand kreisen und springen sie in schauerlichem und verrenktem Reigen – stundenlang,...
