bul-ssang - ahn aesoon

Tanz - Logo

Im Koreanischen hat «Bul-ssang» zwei Bedeutungen: Zum einen bezeichnet es die Statue Buddhas, zum anderen bedeutet es «bemitleidenswert». Selbst wer kein Buddhist ist, wird beim Anblick einer Buddha-Statue in einem Tempel eine gewisse Ehrfurcht empfinden. Sieht man die Statue jedoch in Ahn Aesoons Stück, dessen Titel mit der Doppeldeutigkeit des Wortes spielt, dürfte Mitleid das Gefühl von Ehrfurcht überwiegen – weil wir in der Buddha-Figur im Verlauf des Stücks immer mehr einen bloß profanen Gegenstand ohne spirituellen Kern erkennen.

Dieser «bemitleidenswerte Bul-ssang» ist eine Installation des koreanischen Pop-Art-Künstlers Choi Jeong-Hwa, in der die Choreografin und Leiterin der Korea National Contemporary Dance Company (KNCDC), Ahn Aesoon, ein spannendes zeitgenössisches Drama zwischen Ost und West als bunte Mixtur verschiedener sakraler wie profaner Symbole, Zeichen und Bewegungen entwickelt. Der Vorhang öffnet sich und gibt den Blick auf ein totales Chaos frei. Die Bühne ist mit allen möglichen religiösen Figuren übersät: ein goldener Buddha, Jesus, Maria sowie diverse Geister und überirdische Wesen. Zwischen diesen Figuren beginnen die KNCDC-Tänzer ihr ausgelassenes ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August-September 2015
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Injoo Chang

Weitere Beiträge
soft virtuosity

Für die Erstausgabe des Tanzfestivals «Colours», das im Juni und Juli drei Wochen lang das Theaterhaus in Stuttgart bespielte, wollte der künstlerische Leiter Eric Gauthier unbedingt den großen Star seiner Heimatstadt Montréal dabei haben. So kam Marie Chouinard mit ihrer Kompanie zurück in die Stadt, in der sie 1997 schon kein Geheimtipp mehr war: Damals zeigte...

newcomer, abschied

newcomer_________                                                                                                     melissa hamilton                                                                                                 

derzeit Solistin beim Londoner Royal Ballet, kommt für ein Jahr ans Dresdner Semperoper Ballett. Die hochgewachsene, blonde Tänzerin...

meg stuart

Meg Stuart, seit 2006 in Berlin lebend und unlängst 50 geworden, arbeitet ihr halbes Leben lang an einem Werk, das sich als fortgesetzte Grenzüberschreitung begreift. Protagonisten sind meist die Hypersensiblen, die Versehrten, möglicherweise zersplitterte und jeweils neu zusammengesetzte Spiegelbilder ihrer selbst. Geboren wurde Meg Stuart in New Orleans, ihre...